Während die Wilhelma auf eine Stagnation der Besucherzahlen blickt, melden sich Zoofans aus der Region. Sie kritisieren große Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Als die stagnierenden Besucherzahlen der Wilhelma bekannt geworden sind, haben sich einige Besucher des zoologisch-botanischen Gartens aus der Region zu Wort gemeldet. Sie bemängeln die schlechte Anbindung und die zahlreichen Zugausfälle und Sperrungen, die sie angeblich daran hindern, in die Wilhelma zu kommen.
Eine Frau aus Schorndorf berichtet, dass sie durch Probleme bei der S-Bahn der Linie 2 nicht so einfach zur Wilhelma komme. „Wenn man Pech hat, kommt man zwar hin, aber abends nicht mehr zurück.“ Mit Kindern oder Enkeln mache man solche Ausflüge nicht mehr. Denn das Risiko mit einer müden Kinderschar irgendwo zu stranden, verderbe den Spaß.
Unzuverlässige öffentliche Verkehrsmittel und Brückenproblem
Was früher gut geklappt habe, sei jetzt sehr schwierig, sagt die Frau. Auch die Brücke zur Wilhelma vermisse sie. Erst im Dezember war die neue Behelfsbrücke für die Rosensteinbrücke für Fußgänger und Radfahrer freigegeben worden.
Direktverbindung der Stadtbahn U14 seit 2024 gestrichen
Mit dem neuen Fahrplan im Jahr 2024 ist bekanntlich die Direktverbindung der Stadtbahnlinie U14 von der Wilhelma zum Hauptbahnhof und umgekehrt gestrichen worden. Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin hatte dies damals bedauert. Diese Pläne seien ohne die Wilhelma gemacht worden.
Die Frau aus dem Remstal ist verärgert über die Situation: Es sei schade, dass man als „normaler“ Mitbürger jetzt abgehängt sei. Das gehe sicher vielen Müttern und Omas so. Und dann mache man eben keinen Ausflug zur Wilhelma, mutmaßt die Frau.
Zugausfälle bei S-Bahnen und Nahverkehrszügen
Ein weiteres Problem sind die bekannten Zugausfälle bei S-Bahnen und Nahverkehrszügen, Störungen, Unterbrechungen sowie Verspätungen aus dem Rems-Murr-Kreis und auch durch Bauarbeiten für Stuttgart 21. Dies bestätigt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Es hätten sich zwar keine Wilhelma-Besucher explizit gemeldet, doch die Fahrgäste seien durch die vielen Baustellen zwischen Bad Cannstatt und Untertürkheim und in der Region sehr belastet gewesen, was ihre Alltagsmobilität erschwerte, wie den Besuch der Wilhelma. Zuletzt war die Bahnverbindung vom 1. bis 21. Dezember zwischen Bad Cannstatt und Fellbach gesperrt, es gab einen Ersatzverkehr und in diesem Jahr wird es wieder zwischen 24. Februar und 25. März Sperrungen in dem Abschnitt und damit Einschränkungen geben.
Anreise mit dem Auto zur Wilhelma ist auch schwierig
Auch die Anreise mit dem Auto zur Wilhelma war im vergangenen Jahr wochenlang schwierig, denn vom 4. bis 29. August war die Neckartalstraße ab der Einfahrt zur Wilhelma bis zum Leuze-Knoten neben dem namensgebenden Mineralbad in Fahrtrichtung Esslingen und in die Innenstadt gesperrt. Hintergrund war der Umbau des Verkehrsknotens, der die Verknüpfung von B10 und B14 bildet.
Fehlende durchgängige Stadtbahn-Verbindung zur Wilhelma
Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann erklärte auf Nachfrage: „Die fehlende durchgängige Verbindung vom Hauptbahnhof zur Wilhelma bedeutet auf jeden Fall einen Nachteil für uns – wobei das einmalige Umsteigen gerade für Ortskundige in der Regel zwar einen Umstand, aber kein erhebliches Problem darstellt.“ Anfangs sei es zu Beschwerden gekommen, mittlerweile allerdings kaum noch. Ein größeres Problem hatte die Wilhelma in den vergangenen Monaten mehrfach im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Leuze-Knoten gehabt. „Die Sperrungen unterschiedlicher Art, die damit verbunden waren, führten zeitweise zu großen Beeinträchtigungen für mit dem Auto anreisende Besuchende“, so Meierjohann. Von den SSB war bislang keine Stellungnahme zu bekommen.