Gestohlenes Handy gibt es nur gegen Geld zurück – das nennt die Polizei Erpressung. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Ein Erpresser fordert Geld für die Rückgabe eines gestohlenen Handys – und ist nun ein Fall für die Kriminalpolizei.

Stuttgart - Es soll ja ehrliche Finder geben – doch mit Finderlohn hat dieser Fall, den jetzt das Raubdezernat der Kripo bearbeitet, wenig zu tun. Ein Vater sollte Geld für ein Mobiltelefon bezahlen, das seinem Sohn ein paar Tage zuvor in der Innenstadt gestohlen worden war. Reine Erpressung.

Der Fall nahm am 1. Juni seinen Anfang, ein 20-Jähriger war gegen 1.30 Uhr in der Klett-Passage unterwegs. Dabei wurde ihm unter noch unklaren Umständen das Handy gestohlen. Der Dieb hätte es auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen können – doch es sollte gegen eine Zahlung von 200 Euro an den Besitzern zurückgehen. Offenbar fand sich in den Kontaktdaten des Geräts die Rufnummer von Papa – denn am Montag erhielt der Vater des 20-Jährigen einen Anruf. Für 200 Euro bekomme er das Handy zurück, hieß es, der Vater solle für die Übergabe zum Bahnhof in Esslingen kommen.

Gegen Geld Beute zurück

Doch statt Papa kam die Polizei. Die hatte der Vater nämlich alarmiert, um den dreisten Täter dingfest zu machen. Die Beamten waren auch erfolgreich: Gegen 17.30 Uhr ging ein 19-jähriger Tatverdächtiger ins Netz. „Ob er auch den Diebstahl in der Klett-Passage begangen hat, müssen die weiteren Ermittlungen klären“, sagt Polizeisprecherin Elena Marino. Ihm droht freilich ein Verfahren wegen des Verdachts der Erpressung. Der 19-Jährige wurde erkennungsdienstlich behandelt und wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ähnliche Fälle gab es schon in der Vergangenheit. Dabei drohte ein 36-Jähriger, das gestohlene Handy einer 27-Jährigen zu zerstören, wenn sie nicht zahlte. Er wurde letztlich in Feuerbach gefasst.

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