So soll der Arsenalplatz im Sommer aussehen. Foto: Mann Landschaftsarchitektur

In wenigen Monaten soll der Arsenalplatz in Ludwigsburg für Naherholung die Adresse Nummer eins sein. Aktuell scheint die Sorge vor neuen Krawallen jedoch größer als die Vorfreude.

Die Erinnerungen an die Krawalle auf dem Akademiehof im Sommer 2020 sind in Ludwigsburg noch immer präsent. Das zeigt ein neues „Frage-Antwort“-Dokument der Stadt, das über die erste Sommersaison des neugestalteten Arsenalplatzes informiert. Auf sieben Seiten beantworten die Verantwortlichen etliche Fragen – und alle drehen sich um das Thema Sicherheit.

 

Mit Bänken, Bäumen, einem Wasserspielplatz und einem Gastronomie-Pavillon wird der Arsenalplatz zu einem neuen Naherholungsort für Ludwigsburg. Die Eröffnung rückt näher, und die Stadt plant bereits ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm. Der Arsenalplatz soll ein Ort für die gesamte Stadtgesellschaft werden, betonen Verwaltung und Stadträte. Allerdings mit einer klaren Einschränkung: Lautstarke, aggressive Gruppen sollen keinen Raum erhalten. Statt ungetrübter Vorfreude dominiert aktuell noch die Sorge, dass sich hier ein neuer Brennpunkt entwickeln könnte.

Jede Überlegung gilt der Sicherheit

„Wir wollen ab der ersten Sekunde hellwach sein“, sagte der Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Stadt habe aus den Fehlern des Akademiehofes gelernt, wo es im Sommer 2020 zu so schweren Krawallen durch feiernde Jugendliche kam, dass die Polizei den Platz mehrmals räumen musste. Damit sich Ähnliches nicht auf dem Arsenalplatz wiederholt, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Zum einen habe die Stadt von Anfang an eng mit der Polizei zusammengearbeitet und sich Rat eingeholt, sagte Knecht. Der Ludwigsburger Polizeidirektor Guido Passaro bestätigt die gute Kooperation. Der Platz ist laut den Verantwortlichen so gestaltet, dass er von außen gut einsehbar und übersichtlich ist. Das Beleuchtungssystem ist aufwendig und durchdacht, bei Bedarf kann eine sogenannte Panikbeleuchtung aufgedreht werden.

Der Wasserspielplatz soll Familien anziehen. Foto: Mann Landschaftsarchitektur

Soziale Kontrolle durch Bespielung

Eine wichtige Rolle für die Sicherheit spielt zudem das Gastronomieangebot der Pavillonbetreiber Dinko Brkic und Mauri Will. „Wir wollen den Platz von Anfang an beleben“, sagte Knecht im Gemeinderat. Von Donnerstag bis Samstag werden zudem Spielgeräte verliehen, es soll Konzerte, ein Streetfoodfestival, Kunstausstellungen, Picknicks, After-Work-Treffpunkte und Sportangebote aus der Reihe „Aktiv im Park“ geben. Im Dezember könnte ein Winterdorf in Ergänzung zum Barock-Weihnachtsmarkt den Platz erhellen. Alles Angebote für die Bürger, aber auch „soziale Kontrolle durch Bespielung“, wie es die Verantwortlichen der Stadt nennen.

Neben dem Lob für das Programm äußerten viele Stadträte erneut die Sorge vor einem neuen Problemplatz in der Stadt. Der Ort solle Jung und Alt ansprechen, nicht aber „die Falschen“, sagte die FDP-Rätin Stefanie Knecht. „Wir müssen Gewalt und Kriminalität verhindern“, so SPD-Rätin Margit Liepins. Sie wagte als eine von wenigen einen zuversichtlichen Blick nach vorne: „Komplette Sicherheit können wir nicht gewährleisten. Die Freude über den neuen Arsenalplatz sollte jetzt langsam größer sein als die Angst, dass etwas schiefgehen könnte.“