Verkehrsminister Winfried Hermann Foto: dpa

Lässt es sich fast emissionsfrei fahren trotz Verbrennungsmotor? Die Autobranche steht bei dem Thema noch am Anfang. Minister Hermann will synthetischen Kraftstoffen einen Schub verleihen – per Quote.

Stuttgart - Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will, dass zunehmend Fahrzeuge mit Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien unterwegs sind. Bei der an diesem Donnerstag beginnenden zweitägigen Verkehrsministerkonferenz in Hamburg will er vorschlagen, dass eine Quote für solche Kraftstoffe verbindlich gesetzlich verankert wird. „Die Idee ist, dass man von 2020 an jährlich eine Aufwuchsquote von einem Prozent festschreibt, bis man einen Anteil der erneuerbaren Energien am Kraftstoffmix von sieben bis zehn Prozent erreicht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Als Grund für seine Initiative nannte er den Klimaschutz. Hermann bezog sich dabei auf die Pläne der EU-Staaten, nach denen Neuwagen im Jahr 2030 durchschnittlich 35 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen sollen als 2020. Hermann meinte aber: „Eine Reduktion der Flottengrenzwerte allein wird nicht ausreichen, selbst wenn wir uns auf eine Reduktion von 35 bis 40 Prozent einigen. Wir müssen mehr tun. Wir brauchen eine Quote für erneuerbare Kraftstoffe.“

Lob für seine Initiative bekam Hermann von der FDP

Es gebe synthetische Kraftstoffe, die mit erneuerbaren Energien hergestellt würden - etwa aus Windparks und von Photovoltaikanlagen. „Mit deren Hilfe können wir in Umwandlungsprozessen beispielsweise Wasserstoff oder Methan erzeugen“, erklärte der Ressortchef. „Sie können in Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb oder mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden.“ Dazu seien aber zunächst Investitionen im Milliardenbereich nötig. Die Wirtschaft sei nach seinem Eindruck dazu bereit, wenn klar sei, dass es den entsprechenden Rechtsrahmen gebe. „Die Quote müsste im Bundesemissionsschutzgesetz festgeschrieben werden“, sagte Hermann.

„Wir gehen davon aus, dass wir für unseren Vorstoß große Unterstützung bekommen.“ In der Verkehrsministerkonferenz sitzen die Verkehrsminister der Länder und der Ressortchef des Bundes. Die Beschlüsse des Gremiums haben häufig einen auffordernden Charakter. Rechtlich verbindlich sind sie nicht.

Lob für seine Initiative bekam Hermann von der FDP, die dem grünen Ressortchef eigentlich sehr kritisch gegenübersteht. FDP-Verkehrsexperte Jochen Haußmann sagte, bei der Mobilität etwa mit synthetischem Erdgas wäre das Reichweiten-, Tank- und Infrastrukturproblem, das es noch bei Elektrofahrzeugen gibt, gelöst.

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