Die Gemeinde Dettingen erneuert und vergrößert das kommunale Wärmenetz. Jetzt haben die Umsetzungsbeteiligten den Vertrag unterschrieben. Foto: privat

Die Gemeinde am Fuß der Teck und die EnBW haben eine Energiepartnerschaft für Nachhaltigkeit und Klimaschutz abgeschlossen. Das Projekt strahlt über die Ortsgrenze hinaus.

Dettingen wird zur Vorreiterkommune für die lokale Wärmeversorgung im Landkreis Esslingen: Die Gemeinde und die EnBW Contracting GmbH setzen gemeinsam ein umfassendes Ausbau- und Modernisierungsprojekt um. Knapp fünf Millionen Euro werden in eine neue Infrastruktur investiert, davon rund eine Million Euro aus Förderprogrammen. Ziel ist es, das bestehende Netz zu erneuern, zu erweitern und die Wärmebereitstellung langfristig auf erneuerbare Energien auszurichten.

 

Mit rund 1000 Metern neuer Nahwärmeleitung verbindet die EnBW künftig zentrale Dettinger Einrichtungen – darunter Sporthalle und Teckschule, das Hallenbad „aquaFit“, die Pflegeeinrichtung „Pflegeinsel“ sowie das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) des Kreises. Außerdem werden mehrere Wohnquartiere im Bereich der Limburgstraße an das Wärmenetz angeschlossen. Auch die spätere Anbindung des Neubaugebiets Guckenrain-Ost ist vorgesehen.

Die neue Wärmeversorgung erreicht nach der umfassenden Sanierung einen Anteil von rund 92 Prozent erneuerbarer Energien, teilen die Akteure voller Stolz mit. Der Gesetzgeber fordert 65 Prozent. Spätestens bis zum Ende der Vertragslaufzeit, die 20 Jahre beträgt, sollen es sogar 100 Prozent sein. Mit der Vertragsunterzeichnung wurden gleichzeitig die Preise langfristig festgelegt. Der Beginn der Lieferung mit Wärme, die aus regionalen Holzhackschnitzeln bereitgestellt werden kann, ist den Angaben zufolge für Sommer 2027 geplant. Künftig sollen mehr als zehn Prozent der Einwohner Dettingens klimaschonend erzeugte Wärme beziehen.

„Mit der Modernisierung schaffen wir Verlässlichkeit und können unsere Klimaziele konkret umsetzen, ohne die Gemeinde personell oder finanziell zu überfordern“, betont Bürgermeister Rainer Haußmann. Das Vorhaben strahlt zugleich über die Ortsgrenze hinaus: Dettingen ist eine von vielen Kommunen, die vor der gleichen Herausforderung stehen, ihr Wärmenetz zukunftsfähig zu gestalten. Landrat Marcel Musolf lobt das Vorhaben als vorbildhaft: „Solche Projekte zeigen, wie die Wärmewende im Schulterschluss funktionieren kann.“