Mehr Windkraft in Baden-Württemberg Foto: dpa

Die gerade reformierte Ökoenergieförderung auf Bundesebene bremst offenbar den Ausbau der Windkraft im Land. „Durch das neue Erneuerbare-Energien- Gesetz wird es immer schwieriger, Anlagen wirtschaftlich zu realisieren und zu betreiben“, sagte Sebastian Grosch vom bundesweit tätigen Windkraftplaner WPD den StN.

Stuttgart - Die gerade reformierte Ökoenergieförderung auf Bundesebene bremst offenbar den Ausbau der Windkraft im Land. „Durch das neue Erneuerbare-Energien- Gesetz wird es immer schwieriger, Anlagen wirtschaftlich zu realisieren und zu betreiben“, sagte Sebastian Grosch vom bundesweit tätigen Windkraftplaner WPD unserer Zeitung. Dies beträfe besonders „den Süden Deutschlands“. Die vor wenigen Tagen in Kraft getretene Reform sieht vor, den Ausbau der Windkraft an Land auf 2500 Megawatt im Jahr zu begrenzen. Wird die Marke überschritten, wonach es derzeit aussieht, sinken die Vergütungen. Das treffe besonders Standorte „mit tendenziell geringeren Windgeschwindigkeiten“, sagte der Experte. Diese überwiegen im Südwesten klar.

Dazu kommt, das es im Südwesten teurer ist als anderswo, eine Windanlage zu errichten. Die Projektentwicklungskosten sind „tendenziell höher als in anderen Bundesländern“, sagte Grosch. Besonders das Thema Artenschutz schlage hier zu Buche. Eine Einschätzung, die andere Experten teilen. Die behördlichen Vorgaben seien sehr umfassend. Die Vorplanungen zur Errichtung eines Windkraftprojekts verschlinge mitunter eine halbe Million Euro und erstrecken sich über mehrere Jahre, heißt es aus der Branche.

Ein Sprecher des Stuttgarter Energieministeriums wies das zurück. Staatliche vorgaben zum Vogel- und Biotopschutz seien „nicht strenger“ als in anderen Bundesländern – eher im Gegenteil“.

Die im August in Kraft getretenen Bundesregeln für Windkraft kommen zur Unzeit, denn im ersten Halbjahr 2014 hat sich der Ausbau der Windkraft im Land nach langer Flaute beschleunigt. Nach Daten des Energieministeriums lagen bis Mitte August 38 Baugenehmigungen für Windräder vor. Im gesamten Vorjahr waren es nur zehn ­gewesen.

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