Die Eltern der getöteten Freiburger Studentin Maria, Friederike und Clemens Ladenburger, halten den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen in den Händen. Links Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten,, rechts Mathias Döpfner, Präsident des BDZV. Foto: dpa

Die Eltern der in Freiburg ermordeten Studentin Maria sind mit dem Bürgerpreis der Zeitungen ausgezeichnet worden. Sie hätten mit der Gründung einer Stiftung ein Zeichen gesetzt, so das Jury-Urteil.

Berlin/Freiburg - Friederike und Clemens Ladenburger gehörten in der heutigen lauten Zeit zu den leiseren Stimmen, die aber auf der „hellen Seite“ stünden, sagte die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender, in ihrer Laudatio am Mittwoch in Berlin.

Beide hätten mit der Gründung einer Stiftung im Namen ihrer Tochter ein Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt, als laute Stimmen Hass auf Flüchtlinge schüren wollten, erklärte Büdenbender. Das Ehepaar habe der Dunkelheit getrotzt, die in ihr Leben trat, und Marias Licht weiterleuchten lassen.

Stiftung ins Leben gerufen

Das in Brüssel lebende Paar hatte die Stiftung 2016 als Reaktion auf die Ermordung ihrer Tochter durch einen Flüchtling aus Afghanistan gegründet. Die Stiftung unterstützt Studenten, die wegen einer Krankheit, einer Behinderung oder einem Schicksalsschlag in einer schwierigen Lebenssituation stecken.

So gibt es Studienstarthilfen von monatlich bis zu 750 Euro für maximal ein halbes Jahr ausdrücklich auch für Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Gefördert werden auch Praktika in Entwicklungsländern. Das Paar steuerte aus privatem Vermögen ein Stiftungskapital von 100.000 Euro bei. Inzwischen ist den Angaben nach von mehr als 900 Unterstützern eine Summe von fast 400.000 Euro hinzugekommen.

Zurückhaltung in der öffentlichen Debatte

Maria hatte sich in der Studenteninitiative „Weitblick“ für ein Schulprojekt in Afrika engagiert. Friederike Ladenburger sagte, sie habe nicht gewollt, dass der Name ihrer Tochter nur „mit der entsetzlichen Tat“ verbunden bleibe, sondern mit ihrem Leben. Denn Maria sei „eine Mutmacherin“ gewesen. Clemens Ladenburger begründete seine Zurückhaltung in der öffentlichen Debatte mit dem Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung. Er habe nicht gewollt, dass „Taten des Hasses“ wiederum mit Hass oder Hetze beantwortet würden.

Eine Jury aus 259 Chefredakteuren hatte das Ehepaar zu „Bürgern des Jahres“ gewählt. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zum neunten Mal ausgeschrieben.

Der Bürgerpreis wird seit 2010 für herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgeschrieben. Vorschläge reichen die Zeitungen ein. Zuletzt als „Bürger des Jahres“ geehrt wurden Sabine und Daniel Röder aus Frankfurt am Main, Gründer der pro-europäischen Bewegung „Pulse of Europe“.

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