Vor dem Neckarweihinger Feuerwehrhaus haben sich am 4. Februar die Krawalle abgespielt. Foto: Feuerwehr

Die Polizei hat zu den Tumulten nach einer Faschingsfeier im Ludwigsburger Stadtteil Neckarweihingen 80 Zeugen vernommen. Sie kann kein eigenes Fehlverhalten erkennen und entlastet die Feuerwehr.

Ludwigsburg - Die krawallartigen Auseinandersetzungen nach dem Neckarweihinger Faschingsumzug am 4. Februar bei einer Feuerwehrparty haben eine Ermittlungsgruppe der Polizei intensiv beschäftigt. So wurden 80 Zeugen vernommen und Bilder ausgewertet. Zwei Erkenntnisse hat die bei der Kripo eingerichtete Gruppe: Die eingesetzten Polizeikräfte hätten nicht übereagiert, der Verdacht gegen die Feuerwehr habe sich nicht erhärtet.

Zur Erinnerung: Bei den Krawallen waren die Polizisten von einer aggressiven Menschenmenge angegriffen worden als sie versuchten, Streitigkeiten bei der Blaulicht-Party der Neckarweihinger Feuerwehr zu schlichten. Einige Besucher berichteten, sie seien von den Polizisten brutal angegangen worden. Gleichzeitig wurde der Verdacht laut, dass Angehörige der Feuerwehr selbst an den Ausschreitungen beteiligt gewesen sein sollten.

Polizeipräsident Rebholz: „Ich bin erleichtert“

Das sehen die Ermittler so nicht. „Ich bin froh und erleichtert, dass sich die vorschnelle Kritik am Einsatz der Polizei so nicht bestätigt hat und auch der Feuerwehr kein Fehlverhalten vorzuwerfen ist“, betont Polizeipräsident Frank Rebholz.

Der Streit hatte, so die Erkenntnis der Ermittlungsgruppe, seinen Ursprung vermutlich in Meinungsverschiedenheiten zwischen Fußballfans. Neun Personen zwischen 19 und 60 Jahren wurden an dem Abend festgenommen und fünf Polizisten leicht verletzt. Gegen zehn Personen wurde Anzeige erstattet, 20 Polizisten sowie zwei Polizeihunde waren im Einsatz.

„Bislang wurden von Seiten der am Tumult Beteiligten keine Vorwürfe gegen die Beamten erhoben, die den Verdacht einer Straftat begründen würden“, sagt Rebholz. Die Entscheidung darüber obliege aber der Staatsanwaltschaft nach dem Abschluss der Ermittlungen, ergänzt er.

Die Polizei hat den dramatischen Abend inzwischen so rekonstruiert: Um 18.30 Uhr begann der Streit im Feuerwehrhaus, die Beteiligten wurden zum Teil durch die Feuerwehr aus dem Gebäude verwiesen. Die Streitigkeiten flammten gegen 19.30 Uhr auf dem Vorplatz wieder auf und eskalierten, es kam zu Gewalttätigkeiten. Die Feuerwehrleute versuchten erfolglos zu schlichten und verständigten gegen 20.15 Uhr die Polizei. Feuerwehr und Ordnungshüter versuchten gemeinsam, die alkoholisierten Streithähne zu beruhigen.

Polizei greift „hart und deutlich“ durch

Als die Beteiligten getrennt und festgenommen werden sollten, solidarisierte sich die Menschenmenge. „Die Polizisten wurden teils wüst beleidigt und bedrängt und mussten die Menschenmenge mit Zwangsmaßnahmen zurückdrängen“, heißt es in dem Bericht. Ein Teil der Gruppe habe sich trotz Platzverweisen aggressiv gegenüber den Einsatzkräften verhalten.

„Es musste von benachbarten Polizeirevieren Verstärkung angefordert werden“, heißt es weiter. Die alkoholisierten Unruhestifter wurden, so räumt die Polizei ein, „entsprechend deutlich und hart zurückgewiesen“. Die ständigen Aggressionen und der Tumult hätten es nötig gemacht, den Platz zu räumen. Mit der Verstärkung habe man die Situation wieder in den Griff bekommen. „Den Beamten schlug von Beginn an eine aufgeheizte Stimmung und Aggressivität entgegen“, sagt der Kripochef Frank Spitzmüller, „nur durch das robuste Einschreiten konnte verhindert werden, dass die Situation weiter ausuferte.“ Eine Person erlitt dabei eine Augenreizung.

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