Beim Brand in diesem Haus starb eine 82-Jährige. Foto: Kevin Lermer

Zum tödlichen Wohnungsbrand im Backnanger Melanchthonweg in der Nacht auf Donnerstag gibt es neue Details: Eine 82-Jährige starb, das LKA ermittelt zur Ursache.

Nach dem nächtlichen Wohnungsbrand im Backnanger Melanchthonweg (Rems-Murr-Kreis) werden weitere Details bekannt. Bei der Verstorbenen handelt es sich nach Polizeiangaben um eine 82-jährige Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses mit insgesamt sechs Wohnungen, von denen vier bewohnt sind.

 

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs hielten sich den Ermittlungen zufolge nur zwei Personen im Gebäude auf: die 82-Jährige im Erdgeschoss sowie eine 75-jährige Bewohnerin im ersten Stock. Die Feuerwehr brachte die Frau aus der oberen Wohnung in Sicherheit. Für die 82-Jährige kam jedoch jede Hilfe zu spät, sie wurde von den Einsatzkräften tot geborgen.

In der Erdgeschosswohnung bricht ein Feuer aus

Wie die Polizei mitteilt, war in der Erdgeschosswohnung in der Nacht auf Donnerstag aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die Rettungskräfte wurden um 3.10 Uhr alarmiert und waren wenige Minuten später vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Backnang rückte mit neun Fahrzeugen und 55 Kräften an und konnte den Brand nach intensiver Brandbekämpfung gegen kurz vor 5 Uhr löschen. Anschließend folgten Nachlöscharbeiten. Ein Feuerwehrmann wurde bei dem Einsatz leicht verletzt.

Dicker Rauch dringt aus dem Erdgeschoss. Foto: Kevin Lermer

Die Erdgeschosswohnung wurde durch Flammen und Löschwasser stark beschädigt, die Wohnung im ersten Obergeschoss wurde laut der Polizei weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch wird der Gesamtschaden derzeit auf rund 200.000 Euro geschätzt. Am Donnerstagmittag suchte die Feuerwehr die betroffene Wohnung erneut auf, um bei einer Brandnachschau mögliche Glutnester auszuschließen.

Die Ermittlungen dauern an. Nach Polizeiangaben soll die Verstorbene in der kommenden Woche obduziert werden, um die genaue Todesursache zu klären. Zudem werden am Montag Brandsachverständige des Landeskriminalamts erwartet, die den Brandort eingehend untersuchen und Hinweise auf die Ursache des Feuers sichern sollen. Die Waiblinger Kriminalpolizei führt die weiteren Ermittlungen.

Oberbürgermeister Friedrich macht sich ein Bild von der Lage

Auch die Stadtspitze hat auf den Brand reagiert. Wie die Stadt Backnang mitteilt, kamen Oberbürgermeister Maximilian Friedrich und Verwaltungsdezernent Timo Mäule noch in der Nacht an die Einsatzstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Der Brand erschüttert mich zutiefst. Trotz des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte kam für eine Bewohnerin jede Hilfe zu spät. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die umgehend vor Ort waren und Schlimmeres verhindern konnten“, erklärte OB Friedrich.

Wie die Stadt weiter erläutert, gehört ein Besuch der Einsatzstelle zum üblichen Vorgehen bei schweren Schadenslagen. Bei größeren Ereignissen – dazu zählen neben Bränden auch Hochwasser, Sturmschäden oder umfangreiche Unfälle – wird der Oberbürgermeister umgehend informiert und verschafft sich nach Möglichkeit selbst einen Überblick. Ist er verhindert, übernehmen dies seine innerdienstlichen Stellvertreter.

In den vergangenen Monaten hat es im Rems-Murr-Kreis mehrere weitere Brände mit Todesfolge gegeben. In Althütte kam am 23. Oktober ein 66-jähriger Bewohner ums Leben, nachdem in seiner Wohnung ein Feuer ausgebrochen war; zwei weitere Wohnungen wurden damals durch Rauch stark in Mitleidenschaft gezogen, eine weitere Person blieb unverletzt. Und in Weinstadt-Beutelsbach starb am 18. September eine 87-jährige Bewohnerin, die nach einem Brand in ihrer Wohnung in der Luitgardstraße zwar noch gerettet, jedoch wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag.