Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz setzte drei an dem Vorfall beteiligte Beamte nach einer Standpauke in andere Reviere um Foto: dpa

Aus einem Spiel wurde bitterer Ernst: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Polizisten, der auf einem Betriebsausflug auf eine ziemlich dumme Idee kam.

Stuttgart - Ein feuchtfröhlicher Betriebsausflug von Stuttgarter Polizisten hat zu Umsetzungen und einem Strafverfahren geführt. Ein Sprecher des Präsidiums bestätigte Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“, denen zufolge ein Beamter einer Auszubildenden eine Hundeleine um den Hals legen wollte.

Biss in die Hand

Diese soll sich mit einem Biss in die Hand erfolgreich gewehrt, der Beamte sich kurz danach bei ihr entschuldigt haben. Für die junge Frau war damit der Fall erledigt. Gleichwohl wurde ein Disziplinarverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet, als der Fall über Dritte den Vorgesetzten zu Ohren kam.

Alkohol im Spiel

Gegen den Beamten mit der Leine wird zudem wegen versuchter Nötigung ermittelt. Er, ein weiterer Beteiligter des Vorfalls sowie der Dienstgruppenführer wurden von Polizeipräsident Franz Lutz nach einer Standpauke in ein anderes Revier umgesetzt. Alle Verfahren laufen noch. Der Vorfall fand bereits im Juli 2018 statt. Eine Schicht eines Stuttgarter Polizeireviers machte einen mehrtägigen Betriebsausflug in den Nordschwarzwald. Dabei sei viel Alkohol geflossen, heißt es.

Spiel in Hundepose

In der Küche des Ferienhauses soll es dann zu später Stunde zu dem Vorfall gekommen sein. Im Mittelpunkt standen dem Vernehmen nach zwei Beamte sowie die Anwärterin, die im Rahmen ihrer Ausbildung Praxiserfahrung auf dem Revier sammeln sollte. Gespielt wurde ein Spiel, bei dem die Beteiligten in Hundepose Süßigkeiten mit dem Mund auffangen sollten. Einer der Beamten soll dabei auf die Idee gekommen sein, der Auszubildenden zusätzlich eine Hundeleine um den Hals zu legen, was diese ablehnte. Wie lange die Frau freiwillig mitmachte und ab wann nicht mehr, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, heißt es.

Wenige Fälle

Disziplinarfälle bei der Polizei sind selten. 2017 (neuere Zahlen gibt es nicht) wurden laut Innenministerium im Land etwa 120 Verfahren eingeleitet. Bei 24 500 Beamten entspricht dies einem Anteil von 0,5 Prozent.

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