Beim Weinerlebniswandern „Weinverführung mit Alpakas“ kann man einiges erleben: Kulinarisches, önologisch Vielfältiges und Entspannung.
Bis zu viermal pro Jahr führen die Weinerlebnisführer Wolfgang Link und seine Ehefrau Ingrid ihre sogenannte Weinverführung mit Alpakas durch. „Immer noch ist das Angebot stark nachgefragt“, erklärt das Paar, das sich ambitioniert den Weinerzeugnissen des Bottwartals und der dortigen Natur zuwendet und die Begeisterung dafür auch an andere weitergeben möchte.
Dass sie dabei das Verkosten edler Tropfen mit dem Erleben sanft dreinblickender Alpakas koppeln, das dürfte ein ganz besonderer Spaß sein. Einer, der zunächst einmal die Frauen locke, wie Wolfgang Link im Gespräch erklärt. „Die Männer kommen anfangs eher wegen des Weines. Das aber wandelt sich oft schon nach kurzer Zeit, wenn nämlich die ersten Herren eines der Tiere geführt haben“, verrät der Weinerlebnisführer.
Die Kombination von Wein mit Alpaka lockt
Die außergewöhnliche Kombination von „Wein und Alpaka“ hat auch das teilnehmende Paar aus Großbottwarer, Christina und Stefan Köger, besonders interessiert. An diesem Freitagnachmittag stehen sie – gemeinsam mit 19 weiteren Teilnehmenden – auf dem verabredeten Parkplatz bei Oberstenfeld-Gronau und harren erwartungsfroh der Dinge, die da kommen. „Wir haben schon öfter bei Weintouren mitgemacht. Auch bei der sogenannten Schatzsuche, doch in dieser Kombi war es noch nie“, erzählt Stefan Köger, der mit den Tieren aber schon mal in Berührung gekommen ist: „Bei einem beruflichen Event war ich mit Alpakas unterwegs. Das habe ich als sehr entspannend empfunden“, erinnert sich der Mann, der seiner Frau deshalb ein solches Erlebnis als Geschenk unter den Christbaum gelegt hat.
Dass es aber überhaupt zu solch einem Angebot kommen konnte, dafür sorgen Daniela und Markus Deuring. Die beiden Gronauer leben ihr Hobby mit den sanftäugigen Tieren mit großer Leidenschaft. „Sie pflegen, betreuen und lieben die Tiere“, sagt Wolfgang Link bei der Begrüßung. Kurz darauf zelebriert er etwas martialisch Anmutendes: Er köpft nämlich Sektflaschen – wie es schon Napoleon tat – vor Ort mit einem Säbel. Plus der Info, dass deutschlandweit 13,8 Prozent aller Augenverletzungen, beim Öffnen einer Sektflasche entstünden. Obwohl das spektakulär aussieht, trennt der Säbel den oberen Teil mit Korken wirkungsvoll und ohne Glasgebrösel vom Flaschenhals.
Es gibt auch alkoholfreie Alternativen zum Wein
Drei „beste Freundinnen“ im Alter von 21 und 22 Jahren wollen sich dieses Ereignis ebenso wenig entgehen lassen, wie das Hautnah-Feeling mit den Alpakas. Und obwohl eine der Frauen gar keinen Alkohol trinkt – schmackhafte wie interessante Null-Prozent-Alternativen wie etwa Apfel-Quitte-Secco schenken die Links auch ein –, sind sie dem Ruf eines Flyers gefolgt. Noch etwas unentschlossen stehen die drei Frauen am Rand, als Markus Deuring das individuelle Wesen seiner sieben Tiere vorstellt und nach temporären Alpaka-Hirten Ausschau hält, die sie bei der Wein-Wanderung führen. Die Deurings geben Empfehlungen ab, wie das Tier zu führen ist und wo man es nicht streicheln sollte. „Einmal spuckt es zur Warnung. Wer das ignoriert, muss mit übel riechendem Brei aus tieferen Lagen rechnen“, warnt der Tierhalter, denn Alpakas seien keine Schmusetiere.
Dass die mitunter aber geradezu zärtlich reagieren können, das zeigt hingegen der weitere Nachmittag, bei dem eines der Tiere gezielt auf Tuchfühlung geht. Und während die Alpakas problemlos verweilen, während die Gruppe kleine Pausen mit Käsesnacks und edlen Tropfen einlegt, ertönt schon mal das zarte Summen der geduldig wartenden Tiere. Fast, als würden sie ein Lied anstimmen. Wolfgang Link berichtet unterdessen jede Menge Interessantes rund um Wein und Weinanbau.