Erlebnisbericht Mit dem Fahrrad zum Nordkap

Von Catherine Braumeister 

Stephan Kühne ist mit seinem Fahrrad von Bad Homburg bis zum Nordkap gefahren. Hier erfahrt ihr was er bei seinem spannenden Abenteuer alles erlebt hat.

Kühne liebt die Natur. Als ehemaliger Meeresbiologe zieht es ihn vor allem ans Meer. Aber nicht nur die Natur hat es dem Abenteurer angetan, auch das Fahrradfahren ist seine große Leidenschaft.

Die Liebe zum Radfahren und zur Natur war es auch was ihn dazu bewegte, sich im Sommer 2014 in den Sattel zu schwingen um zu den spektakulären Fjorden Norwegens zu radeln. Kühnes abenteuerliche Radtour dauerte insgesamt 26 Tage, umfasste sportliche 3.673 Km und endete am atemberaubenden Nordkap.

Rund 150 Km fuhr Kühne täglich

Dem sympathischen Radfahrer ging es bei seiner Reise nicht darum sich oder anderen zu beweisen, dass er der schnellste ist, er wollte einfach eine gute Zeit haben. So war es eher Zufall, dass er die Strecke ohne Ruhetage zurückgelegt hat. Dazu sagt er: „Schnelligkeit stand hier nicht im Vordergrund. Deshalb habe ich auch kein Rennrad gewählt, sondern mich für mein Reiserad entschieden. Ich wollte einfach Skandinaviens schöne Natur genießen.“

Auf meine Frage wieviel Kilometer er täglich zurück gelegt hat antwortet Kühne: „Am Tag bin ich zwischen 140 und 150 Km gefahren. Ich war anschließend eigentlich nie kaputt. Klar, die Beine haben schon ein bisschen gebrannt, aber das war ok. Abends habe ich mir dann immer noch was Kaltes zu essen gemacht und meine Erlebnisse des Tages auf meinem Blog zusammengefasst.“

Fjorde, Wale und Papageientaucher

Kühne erzählt weiter und ich höre gebannt zu. Ich bin fasziniert von seinem Abenteuergeist. Ich will wissen was ihm bei seiner Reise besonders gefallen hat.

Der ehemalige Meeresbiologe erinnert sich zurück und sagt: „Die Naturereignisse waren für mich das Schönste. Ich habe zum Beispiel wunderschöne Fjorde gesehen, oder Wale nahe der Küste beobachten können. Toll waren auch die Papageientaucher die um die Schiffe herumgeflogen sind. Papageientaucher sind Vögel, die optisch an Pinguine erinnern und bekannt für ihren bunten Schnabel sind. Ganz besonders schön war auch mein Erlebnis mit dem Fischotter. Eines Morgens hatte ich das Glück einen davon auf einem Stein beobachten zu können, während dieser einen Fisch verspeiste.“

Die anstrengenden Anstiege

Da Norwegen für seine bergige Landschaft bekannt ist, frage ich ihn ob ihn die Anstiege an seine körperlichen Grenzen gebracht haben. Kühne antwortet: „Mit dem Fahrrad durch Norwegen zu fahren war deutlich anstrengender als Dänemark und Deutschland zu durchqueren. Denn in diesen zwei Ländern war es deutlich flacher. Wobei man Dänemark auch nicht unterschätzen sollte. Denn da gibt es auch immer wieder anstrengende Anstiege. In Norwegen war es meinem Gefühl nach circa Fifty-Fifty. Das heißt die Hälfte der Strecke ging hier bergauf die andere Hälfte ging bergab.“

Klingt ganz schön anstrengend. So stellt sich die Frage ob es ihm manchmal zu viel wurde und er am Liebsten abgebrochen hätte: „Natürlich hat man den einen oder anderen Aufstieg auch mal verflucht aber es war nie so, dass ich abbrechen wollte oder körperlich komplett am Ende war. Das lag vor allem daran, dass ich meine Kräfte so eingeteilt habe, dass ich am nächsten Tag noch fit genug war um weiterzufahren.“

Das Tunnel-Erlebnis

Auf die Frage ob es auch einen unschönen Moment auf seiner Reise gab antwortet Kühne: „Ja den gab es. Ich musste einmal durch einen sehr unangenehmen, nebeligen Tunnel durch, der keine Fahrradspur hatte und da rauschten die LKWs an einem vorbei. Zudem ging’s in diesem Tunnel auch erstmal 3 km lang runter. Angenehm war das nicht. Man kann dieses Stück aber auch mit dem Bus zurücklegen. Die Tunnel die ich vorher passiert habe, waren oft mit Fahrradampeln ausgestattet, dieser jedoch leider nicht.“

Kühnes nächstes Abenteuer

Wenn man den sportlichen Abenteurer fragt ob er diese spannende Fahrradreise noch einmal machen würde antwortet er enthusiastisch: „Auf jeden Fall! Ich habe so tolle Dinge erlebt und würde es jederzeit wieder tun.“ Man merkt, Kühne brennt für Fahrradreisen. Er hat auch schon den nächsten Traum: „Eines Tages möchte ich mit dem Fahrrad Chile durchqueren“. Es bleibt also spannend im Leben des Stephan Kühne.

Die Highlights von Kühnes Fahrradabenteuer zum Nordkap seht ihr nun in unserer Bildergalerie.

Und falls auch ihr Lust auf ein Fahrradabenteuer bekommen habt und noch nach der nötigen Ausstattung sucht, lohnt sich ein Besuch bei Stuttgarts Radsport Mayer. Hier gibt’s alles was das Radlerherz begehrt.