Bildhauer Uli Gsell neben der neuen Loriot-Tafel am Eugensplatz Foto: Jan Reich

Eine neue Tafel am Haus Haußmannstraße 1, die am Montag enthüllt wurde, erinnert an Vicco von Bülow. Der bekannte Humorist, allgemein bekannt als Loriot, wohnte als Jugendlicher zwischen 1938 und 1941 im dritten Stock des Hauses am Stuttgarter Eugensplatz.

Stuttgart - Der erste Eindruck beruhigt: Das Bild hängt nicht schief. Sondern exakt waagrecht, wie es sein soll. Wobei es schon eine augenzwinkernde Variante gewesen wäre, die neue Tafel an der Wand des Hauses Nummer 1 der Haußmannstraße ein wenig aus dem Lot anzubringen. Schließlich geht es dabei um Loriot (1923 – 2011), einen der größten Humoristen, die Deutschland je hatte.

Sein Sketch mit dem schief hängenden Kunstwerk ist legendär. Jedenfalls wird der Stuttgarter Eugensplatz allmählich zur Loriot-Gedenkstätte. Nach der Säule mit dem später draufmontierten Mops – in Anspielung auf Loriots Lieblingshund – gibt es nun an der Hauswand die neue Tafel. Den konkreten Hintergrund hierfür kann jeder Spaziergänger nun nachlesen.

Denn von 1938 bis 1941 wohnte Vicco von Bülow, wie Loriot mit bürgerlichem Namen hieß, im dritten Stock jenes Gebäudes, in dem der Haus- und Grundbesitzervereins derzeit vorübergehend seine Geschäftsstelle eingerichtet und nun auch die Tafel finanziert hat. Haus-und-Grund-Vorsitzender Klaus Lang und Geschäftsführer Ulrich Wecker stellten sich am Montagvormittag bei der Enthüllung im Nieselregen den Fotografen.

Mit dabei Bildhauer Uli Gsell, der schon für die Mops-Stele direkt gegenüber (mit dem Namen „Möpsle“) verantwortlich war, und der Hauptinitiator der Gedenktafel, der Stuttgarter Historiker und Autor Gerhard Raff. Mit Loriot verband Raff eine jahrzehntelange Freundschaft. Raff war es auch, der durch die Einnahmen seines von Loriot illustrierten Bestsellers „Mehr Hirn“ rund 1,25 Millionen Euro (circa 625 000 Euro) zur Rettung des Doms in von Bülows Vaterstadt Brandenburg an der Havel beisteuerte.

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