Der Tiefbahnhof von Stuttgart 21 könnte eine Ergänzung erhalten. Das würde den Wohnungsbau auf der heutigen Gleisfläche stellenweise einschränken. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Gegner von Stuttgart 21 monieren die Entscheidung des OB. Stadtentwicklung und Schieneninfrastruktur sei kein Gegensatz, sagen sie. Frank Nopper sieht das wohl anders.

Stuttgart - Das Linksbündnis im Stuttgarter Gemeinderat kritisiert, dass OB Frank Nopper (CDU) die im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU beschrieben Ergänzungsstation zum Stuttgart-21-Tiefbahnhof ablehnt. Der OB pocht auf den uneingeschränkten Wohnungsbau auf den heutigen Gleisflächen. „Nopper stellt mit seiner reflexartigen Ablehnung kommunale Interessen über einen überregional bedeutenden Schienverkehrsknoten, das halten wir für vollkommen verfehlt“, so Linksbündnis-Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch.

S21 für die Stadt ein reines Immobilienprojekt?

Die Haltung Noppers bestätige die Einschätzung der Fraktion, dass S 21 von der Stadt als reines Immobilienprojekt gesehen werde. Nopper formuliere „einen künstlichen Gegensatz aus Stadtentwicklung und Schieneninfrastruktur“, dabei müsse „der Ausbau der Schieneninfrastruktur und Stadtentwicklung zusammengebracht werden“. Co-Fraktionssprecher Thomas Adler sagt, das Linksbündnis begrüße grundsätzlich, dass das „objektive Eingeständnis mangelnder Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs ein wenig Bewegung in die Debatte bringt“. Den „klimapolitische Schaden des S-21-Baus mit nochmehr klimaschädlichen Tunnelkilometern reparieren zu wollen dient aber weder dem Klimaschutz noch dem Bahnverkehr“, so Adler.

Zum Anschluss des im Untergrund liegenden Ergänzungsbahnhofs soll es Tunnelzuläufe geben, sodass die Bebaubarkeit der Fläche möglichst wenig eingeschränkt wird. Außerdem soll es neue Zuläufe in den Tiefbahnhof von der Schnellfahrstrecke aus Mannheim geben und einen Tunnel auf den Fildern zum Flughafen für die Gäubahn.

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