An diesem Freitag treffen Borna Sosa und Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften aufeinander – doch das allein ist nicht besonders.
Es wird eine Begegnung der besonderen Art: Osijek, Stadion Gradski vrt, an diesem Freitag ab 20.45 Uhr. Borna Sosa und Sasa Kalajdzic werden sich mit ihren Nationalmannschaften gegenüberstehen – die Kumpels vom VfB Stuttgart, das weiß-rote Erfolgsduo, das dem Fußball-Bundesligisten in Koproduktion zahlreiche Treffer beschert hat. Neun in den vergangenen beiden Spielzeiten. Flanke Sosa, Kopfball Kalajdzic – Tor. So funktioniert die linke Masche.
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„Ich spiele gegen meinen guten Freund aus dem Verein. Das ist ein sehr schönes Aufeinandertreffen für uns beide“, sagt Sosa. Mit Kroatien erwartet der Außenverteidiger die österreichische Elf in der Nations League. Ob der neue Austria-Trainer Ralf Rangnick gleich auf Kalajdzic baut, ist offen. „Warum soll ein Sasa Kalajdzic, der über außergewöhnliche Fähigkeiten im Strafraum verfügt, nicht im Kollektiv Gegner unter Druck setzen können?“, antwortet Rangnick auf die Frage, ob der VfB-Stürmer in sein Konzept passe.
Die vage Hoffnung des VfB
Im beschaulichen Bad Tatzmannsdorf bereitete sich Austrias Auswahl auf die anstehenden Länderspiele vor. Ruhe vor Spekulation über seine Person hatte Kalajdzic jedoch nicht. Sein Name wird ständig auf dem Transfermarkt gehandelt. Der FC Bayern und Borussia Dortmund beschäftigen sich mit ihm, aber ebenso englische Clubs. Einen Austausch zwischen der Spielerseite und den Interessenten hat es gegeben, ein Angebot liegt den Stuttgarter aber nicht vor.
„Wir hoffen nach wie vor, dass er bleibt“, sagt der Sportdirektor Sven Mislintat. Bis 2023 läuft der Vertrag des 24-Jährigen – und die VfB-Verantwortlichen sind bemüht, das Arbeitspapier vorzeitig zu verlängern. „Es gibt zudem die Aussage von Sasa, dass er uns – auch mit Blick auf die Unterstützung, die er von uns erhalten hat – nicht ablösefrei verlassen wird. Heißt: Wenn diesen Sommer kein Wechsel zustande kommt, haben wir berechtigte Hoffnung, dass er noch mal verlängert“, sagt Mislintat.
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Doch das Kalajdzic-Lager ist auf die schwäbischen Vorstellungen bisher nicht eingegangen. Zunächst stand der Abstiegskampf im Vordergrund, jetzt rollt die Kugel in der Nations League – und im Hintergrund sondiert der Berater Sascha Empacher die Möglichkeiten seines Klienten. Ein Verbleib erscheint unwahrscheinlich.
Holt ein Club Sosa und Kalajdzic?
30 Millionen Euro wird der VfB als Ablösesumme für Kalajdzic aufrufen. Mehr als für Sosa, der die Zusicherung hat, die Stuttgarter für 25 Millionen Euro in diesem Sommer verlassen zu können. Auch, weil der Kroate im vergangenen Winter den Abwerbeversuchen anderer Vereine widerstand. Er fühlte sich dem abstiegsgefährdeten VfB verbunden und verpflichtet. Jetzt will der 24-Jährige in der Champions League spielen.
Die Königsklasse lockt auch Kalajdzic. Und der BVB liebäugelt damit, gleich beide VfB-Spieler zu verpflichten. Dann würden sich die Wege der Kumpels nicht trennen – doch in die Kasse der Stuttgarter müssten dafür mindestens 50 Millionen Euro fließen.