Michael Forstner zeigt, wie das Armband „Pur-O-Let“ befüllt wird. Foto: /Eva Herschmann

Nicht nur gut in Zeiten von Corona: Die Oeffinger Firma Averis hat ein Armband entworfen, das quasi aus dem Handgelenk für Hygiene sorgt. Die ersten 5000 Exemplare haben schon Abnehmer gefunden.

Fellbach - Eigentlich sind Michael Forstner und sein Team Meister der Dichtungstechnik. Doch während der Corona-Pandemie ist das Alltagsgeschäft von Averis ein wenig in den Hintergrund gerückt. „Während des ersten Lockdowns haben auch wir weniger Aufträge bekommen, und die Zeit genutzt, um kreativ zu sein“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, das seit 2016 in Oeffingen beheimatet ist. Das Ergebnis des Brainstormings liegt seit Mitte der Woche auf dem Tisch: „Pur-O-Let“ heißt ein Hygienearmband, das unterwegs die Hände sauber macht, und das in den Farben grün, gelb, rot und blau zudem das Handgelenk schmückt – oder dezent auch Transparent.

 

„Unser Ziel ist es, neue Produkte für die Zukunft zu entwickeln“, sagt Michael Forstner. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um komplexe und leistungsfähige Dichtsysteme, die nicht so einfach austauschbar sind, erzählt der Geschäftsführer. „Muster und Prototypen fertigen wir hier in Fellbach. Außerdem haben wir in unserem Firmenverbund eigene Serienfertigungen in Italien und China.“ Und weil Kunststoffe die Kernkompetenz von Michael Forstner und seinen Leuten sind, wollten sie aus diesem Bereich etwas zur Verbesserung der allgemeinen Corona-Lage beitragen. „Es gibt in Italien Silikonmasken mit Ventilen, aber auf dieser Schiene wollten wir nicht fahren.“ Die Idee des Hygienearmbands hingegen kam bei allen im Team gut an.

Für Vergnügungsparks und Campingplätze?

Gummi und medizinische Schläuche sind Materialien, mit denen die Averis-Techniker ohnehin ständig arbeiten. Die Pumpentechnik für die Hygieneflüssigkeit im Armband haben sich die kreativen Köpfe, die in der Krise zu Modellbauern und Produktdesignern wurden, von Parfümzerstäubern abgeschaut.

„Pur-O-Let ist ein kleines, aber sehr komplexes Produkt“, sagt Michael Forstner. Die Entwicklung und die Markensicherung habe das Unternehmen rund 15 000 Euro gekostet. „Aber auch wenn wir mit den Armbändern keinen Gewinn machen, hat die Entwicklung etwas gebracht.“ Man habe die Leerlaufzeiten konstruktiv genutzt und dabei ein Produkt entworfen, das in der Pandemie helfe, auch unterwegs Hygieneregeln einzuhalten. Denn das „Pur-O-Let“ komme immer dann zum Einsatz, wenn es keine Möglichkeit gebe, die Hände zu waschen, erklärt der Geschäftsführer des Familienunternehmens. „So kann jeder seinen Teil dazu beitragen, die aktuelle Situation ein Stück sicherer zu machen.“ Einen Vertriebsweg für das Hygienearmband, das zunächst in einer Auflage von 5000 Stück produziert wurde und seit Mitte der Woche verfügbar ist, gibt es indes nicht. „Die erste Lieferung ist quasi schon intern an Geschäftskunden weg, denn wir haben keinen Verkauf vor Ort. Aber wir wollen uns im neuen Jahr überlegen, wie wir ‚Pur-O-Let’ unter die Leute bringen“, erzählt Forstner. Er könnte sich vorstellen, dass kleinere Mengen auf Kommission in die Läden kommen. „Apotheken wären dafür ganz gut geeignet“, sagt der Chef. Auch Vergnügungsparks oder Campingplätze könnten die kleinen Armbänder für „Hygienesprühstöße aus dem Handgelenk“ am Eingang sinnvoll verkaufen.

Ein Geschenk für die Stadtverwaltung

Der kleine Behälter, der mit der Hygieneflüssigkeit befüllt wird, kann mit Firmenlogos oder Stadtwappen personalisiert werden. Für Fellbach hat das Oeffinger Unternehmen rote Armbänder fertigen und Wolfsangeln aufdrucken lassen. „25 davon werden wir in den nächsten Tagen der Stadtverwaltung schenken“, erklärt Michael Forstner. Jeweils inklusive eines 60 Milliliter-Fläschchens des Handreinigungsmittels Purolys, das vor allem aus Alkohol und gereinigtem Wasser sowie einem Hauch Parfüm besteht.