Eifrige Erfinder: Uwe Rapp (links) und Bernhard Lach mit ihrem jetzt erscheinenden Spiel „Kreuzwort“ Foto: Oliver von Schaewen

Bernhard Lach und Uwe Rapp bringen zwei neue Werke auf den Markt. Seit zehn Jahren entwickeln sie gemeinsam Spiele.

Erdmannhausen – Eigentlich schieben Bernhard Lach und Uwe Rapp zusammen beim SV Marbach Schachfiguren über 64 Felder – und das gar nicht so schlecht, sonst hätten sie es vor einigen Jahren nicht bis zur 2. Bundesliga bringen können. Aber das königliche Spiel allein macht sie nicht glücklich. Deshalb haben sie vor zehn Jahren angefangen, selbst Spiele zu entwickeln. „Aus einer Festlaune heraus“, erinnert sich Bernhard Lach, der im Alltag beim Rechtsamt der Stadt Heilbronn harte juristische Nüsse knacken muss, während Uwe Rapp in Stuttgart ausländischen Studenten die Feinheiten der deutschen Sprache vermittelt.

Jetzt feiern die beiden Freunde ihr Jubiläum. Im zehnten Jahr hecken sie gemeinsam Ideen für Brettspiele aus. Längst sind aus den Amateuren Meister ihres Fachs geworden. „Wir haben fünf bis sechs Prototypen bei Verlagen liegen – meistens klappt dann eine Veröffentlichung“, erklärt Bernhard Lach, den vor allem der Mechanismus eines Spieles interessiert. Partner Uwe Rapp entfaltet seine Stärken, wenn es darum geht, die Details eines Spiels akribisch zu entwickeln.

Das Tandem Lach/Rapp arbeitet effektiv. Jüngstes Beispiel ist „Kreuzwort“, das jetzt im Kosmos-Verlag erscheint. Ein einfaches Arrangement, das nur 15 Minuten dauert, aber durch einen raffinierten Mechanismus den Spieltrieb entfacht. Es ist eine Mischung aus Scrabble und Kniffel. Auf einem Block mit einem Fünf-Mal-Fünf -Buchstabengitter trägt man immer zwei Buchstaben ein, die durch Würfeln vorgegeben werden. Am Ende gewinnt der, der dabei die meisten Punkte geholt hat.

Der Clou des Spiels sind die Würfel. „Wir mussten überlegen, wie wahrscheinlich manche Buchstaben in der deutschen Sprache sind“, erzählt Uwe Rapp. Sogar wissenschaftliche Werke wälzten die beiden. Auf das Fragezeichen als Joker auf dem weißen Würfel ist der 63-Jährige ein bisschen stolz. „Damit können auch seltene Buchstaben wie X, Y oder Q erscheinen.“

Das Verständnis zwischen den beiden ist in den zehn Jahren gewachsen. „Das Meiste zwischen uns läuft über E-Mails“, erzählt der 52-jährige Bernhard Lach.Die Ideen seien inzwischen durchdacht, es gebe wenig Unausgegorenes. Auch gibt sich das Duo Zeit, ein Spiel immer weiter zu verbessern. Wichtig sind ihnen die Kontakte auf Spielmessen, wie in Göttingen, Essen, Nürnberg oder München-Haar. „Wir kennen inzwischen einige Redakteure von Spielverlagen“, berichtet Uwe Rapp. Dies erleichtere die Vermarktung.

Trotz aller Professionalität erleben die Spielerfinder Lach und Rapp, deren größter Erfolg „Ausgerechnet Buxtehude“ national wie international rund 250 000-mal verkauft wurde, immer noch Überraschungen. Als sie auf einer Messe ihre Idee zu einem Zahlenspiel erklärten, sprach sie ein Redakteur an und erklärte ihnen, dass er sich die Erfindung als Lernspiel in der Schule vorstellen könne. Inzwischen ist das „Zahlen-Mobile“ im Kallmeyer-Verlag auf dem Markt. Und es hat Kreise gezogen: Experten haben dazu einen Entwurf für den Grundschulunterricht veröffentlicht. „Das Spiel ist für Kinder ab dem dritten Schuljahr geeignet“, sagt Uwe Rapp. Aber auch Erwachsene können daran Spaß finden.