Die US-Erdbebenwarte hat in der Grenzregion zwischen Iran und Irak eine Erdbeben-Stärke von 7,2 gemessen. Foto: Farzad Menati/Tasnim News Agency/dpa

Eine heftige Erschütterung in der iranisch-irakischen Grenzregion kostet 348 Menschen das Leben. Mehr als 6000 sollen verletzt worden sein. Die Rettungsarbeiten sind im vollen Gang.

Teheran/Bagdad - Nach dem schweren Erdbeben in den südlichen Kurdengebieten in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Nordirak ist die Zahl der Toten nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens angestiegen. Staatlichen Medien zugfolge sollen mehr als 400 Menschen getötet und 6600 weitere Menschen verletzt worden sein. Weitere Opfer werden befürchtet.

Der Erdstoß der Stärke 7,3 hatte sich am Sonntag ereignet. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna hatte zuvor 141 Tote und 860 Verletzte gemeldet.

Betroffen seien Städte und Ortschaften der westlichen Provinz Kermanschah, berichtete Irna. Die Rettungsarbeiten hätten die ganze Nacht angedauert und sollten nun während des Tages mit erhöhtem Tempo fortgesetzt werden.

Behörden müssen schnell handeln

Laut US-Erdbebenwarte USGS befand sich das Zentrum des Bebens rund 31 Kilometer außerhalb der irakischen Grenzstadt Halabdscha in der Kurdenregion im Nordosten Iraks. Es habe sich in einer Tiefe von 23,2 Kilometern ereignet - relativ nah an der Oberfläche kann eine Erschütterung für große Schäden sorgen. Ein Bericht der irakischen Regierung zum Beben und möglichen Toten und Verletzten war zunächst nicht verfügbar.

Unter Berufung auf irakische Behörden hatte es im iranischen TV zunächst geheißen, im Irak seien mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani sagte in einem Telefongespräch mit dem Innenministerium, die Behörden müssten schnell handeln. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Ilna berichtete, mindestens 14 Provinzen seien von dem Beben betroffen.

Schulen bleiben geschlossen

In den sozialen Medien berichteten zahlreiche Menschen, sie hätten ihre Häuser verlassen, besonders in Kasr-i Schirin und Kermanschah. In Kermanschah und der Provinz Ilam sollten die Schulen am Montag geschlossen bleiben.

Der Iran befindet sich auf mehreren großen Verwerfungslinien und ist deshalb anfällig für Erdbeben. Im Jahr 2003 zerstörte ein Beben der Stärke 6,6 die historische Stadt Bam. Rund 26 000 Menschen kamen ums Leben.

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