Ausgezählt: Der Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich wird Mitglied im Kreistag. Foto: dpa

Ausgezählt: Bei der Kreistagswahl erzielt der Wimsheimer Bürgermeister ein gutes Ergebnis, sein Friolzheimer Kollege zieht nur per Ausgleichsmandat ein. Die Hafner-Gegner gehen leer aus.

Enzkreis - Die Konstellation im Wahlkreis 8 für den Enzkreis-Kreistag war denkbar spannend: Gleich vier Wimsheimer Kandidaten traten gegeneinander an, und drei Bürgermeister. Neben Mario Weisbrich kandidierte aus Wimsheim noch der Ex-Bürgermeister Karlheinz Schühle auf der FWV-Liste, Sandra Beck-Lankocz von der Bürgerinitiative BIW auf der Grünen-Liste und Robin Schrafft für die CDU.

Das Ergebnis ist eindeutig: Mario Weisbrich führt mit 3616 Voten die CDU-Liste an und ist sicher gewählt, gefolgt von der Heimsheimer CDU-Vorsitzenden Christa Pfisterer mit 3352 Stimmen. Hauchdünn dahinter mit 3347, also gerade mal fünf Stimmen weniger, folgt Michael Seiß – der Friolzheimer Rathauschef hatte vor fünf Jahren noch 3679 Stimmen erhalten. So musste er am Montagabend ein wenig zittern – fast wäre er nicht wieder gewählt worden. Doch es gab noch einen Ausgleichssitz für die CDU im Wahlkreis 7 – und den bekam er. Somit hat die CDU drei Mandate.

„Damit hätte ich nicht gerechnet“, erklärt Mario Weisbrich das gute Ergebnis seiner ersten Kandidatur. Dass er mehr Stimmen hat als der Kollege Seiß, will er nicht näher kommentieren. Gerade beim Thema Hafner-Ansiedlung waren beide Schultheißen oft aneinander geraten – die Friolzheimer lehnen sie nach wie vor ab und fürchten um das Grundwasser.

Grüne bekommen kein Mandat im Wahlkreis 8

Dass Weisbrich trotz der heftigen Querelen um Hafner in seinem eigenen Ort mit 1573 die meisten Stimmen bekommen hat, freut ihn sehr. „Es ist schon ein Signal, dass man nicht alles ganz falsch gemacht hat“, sagt er. Eigentlich kandidiert Weisbrich aber für seinen Wohnort Wurmberg, hier hat er ebenfalls 1311 Stimmen bekommen. Und auch aus Friolzheim noch 212 – mehr als aus anderen Nachbarorten.

Keinen Erfolg hatten hingegen die Grünen, sie erringen im Wahlkreis 8 kein Mandat – so bleibt Sandra Beck-Lankocz, die als Pressesprecherin der BIW einige Bekanntheit erreicht hat, außen vor. Mit 1462 Stimmen hat sie zwar das beste Grünen-Ergebnis erreicht – doch die Grünen-Liste war insgesamt zu schwach. So ging das Ausgleichsmandat an die CDU mit Seiß – immerhin auch ein Hafner-Skeptiker.

Die CDU ist damit die stärkste Kraft im Wahlkreis, die Freien Wähler mit dem Wurmberger Schultes Jörg-Michael Teply und dem Wimsheimer Ex-Bürgermeister Karlheinz Schühle stellen zwei Mandate. Ebenso die SPD mit Mattias Enz aus Wirnsheim und Margit Vetter aus Heimsheim. „Ich freue mich sehr“, sagt Vetter, die seit 2007 im Kreistag sitzt, „wir haben jetzt ja zwei Sitze in dem Wahlkreis. Wir sind sehr zufrieden.“

Liberale weiterhin vertreten

Die FDP stellt mit dem Wiernsheimer Bürgermeister Karlheinz Oehler weiterhin einen Kreisrat – er hat mit 3522 Stimmen fast so viele erreicht wie die restlichen Kandidaten auf der FDP-Liste im Wahlkreis.

Betrachtet man den gesamten Kreistag, so bleiben die Freien Wähler mit 17 Sitzen weiterhin die stärkste Partei – diese Position hatten sie bei der Wahl 2009 von der CDU erobert. Die Christdemokraten verlieren weiter an Land und sinken von 17 auf 15 Mandate. Gewinner sind SPD und Grüne: Die Sozialdemokraten gewinnen einen Sitz dazu und haben künftig elf Mandate, die Grünen sieben statt sechs.

Nicht kandiert hat übrigens der Mönsheimer Bürgermeister Thomas Fritsch. Er saß schon von 2004 bis 2009 im Kreistag, scheiterte dann ganz knapp, weil der Wurmberger Busunternehmer Karlheinz Binder auf der FWV-Liste ein paar Stimmen mehr hatte. Die drei Rathauschefs Mario Weisbrich, Jörg-Michael Teply und Thomas Fritsch verstehen sich bekanntlich ziemlich gut – und haben sich auch intern darauf geeinigt, dass man sich nicht gegenseitig die Stimmen nimmt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: