Die Schlingnatter kommt im Enzkreis häufig vor. Foto: Franz Lechner

Die Steillagen über der Enz bei Mühlacker-Mühlhausen und bei Roßwaag sind nicht nur Heimat besonderer Weine, sie sind auch Reptilienland. Vor allem das Reptil des Jahres 2013, die Schlingnatter, und das Reptil des Jahres 2011, die Mauereidechse, leben so zahlreich an den Hängen.

Enzkreis - Die Steillagen über der Enz bei Mühlacker-Mühlhausen und bei Roßwaag sind nicht nur Heimat besonderer Weine, sie sind auch Reptilienland. Vor allem das Reptil des Jahres 2013, die Schlingnatter, und das Reptil des Jahres 2011, die Mauereidechse, leben so zahlreich an den Hängen wie kaum an einem anderen Ort in Baden-Württemberg.

„Beide Arten sind in alten, nicht verfugten Trockenmauern zu Hause und die gibt es an den beiden Hängen noch reichlich“, erklärt der Reptilienexperte Peter Zimmermann, der beim Regierungspräsidium Karlsruhe für die Naturschutzgebiete im Enzkreis zuständig ist. Die Hohlräume in den traditionellen Weinbergmauern bieten sowohl der kleinsten Schlange Deutschlands, der Schlingnatter, als auch der seltenen Mauereidechse alles, was sie zum Leben brauchen: sichere Verstecke zum Überwintern, Rückzugsflächen für die kühlen Nachtstunden und ein optimales Jagdrevier.

„Die Mauereidechse ernährt sich überwiegend von kleinen Insekten oder Spinnen und die Schlingnatter frisst am liebsten Mauereidechsen“, erklärt Zimmermann. Dass das Reptil des Jahres 2013 heute selten geworden ist, liegt aber nicht nur daran, dass viele alte Weinbergmauern in den letzten Jahren verschwunden sind. „Die bis zu 80 Zentimeter lange, ungiftige Schlingnatter wird häufig mit einer Kreuzotter verwechselt, deshalb wurde sie früher häufig getötet“, berichtet Peter Zimmermann.

Übrigens: der Name „Schlingnatter“ geht wohl auf das Verhalten des Tieres beim Beutefang zurück. Größere Tiere werden umschlungen und erstickt, bevor sie gefressen werden. Auf die glatte Beschuppung der Schlange ist die Bezeichnung „Glattnatter“ zurückzuführen. Seltener ist der Name „Haselnatter“ – möglicherweise entstanden durch die braune Farbe der Flecke auf dem Rücken.

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