Die Firma Bertrandt baut in Mönsheim im Dieb – hier werden bald bis zu 900 Arbeitsplätze entstehen. Foto: Holger Leicht

Die Gewerbegebiete in Mönsheim, Friolzheim und Heimsheim sollen besser mit dem Porsche-Zentrum in Weissach sowie mit Bosch und der S-Bahn in Malmsheim verbunden werden. Außerdem fordern einige Kommunen, den VVS-Tarif stärker in den Enzkreis auszuweiten.

Enzkreis - Der Aufschwung im Heckengäu fordert seinen Tribut. Wenn die Firma Bertrandt in Mönsheim an der Dieb-Kreuzung bis zu 900 Mitarbeiter beschäftigt, in Friolzheim in der Reutte bis zu 1700 Porsche-Angestellte arbeiten und sich neue Firmen in den Heimsheimer Gebieten Egelsee II und Alte Autobahnmeisterei ansiedeln, kommen täglich tausende Pendler zusätzlich in die Region. Wenn der Busverkehr nicht ausgebaut wird, könnte schnell ein Verkehrsinfarkt drohen.

Deswegen verhandeln die Bürgermeister und der Enzkreis-Landrat Karl Röckinger seit Monaten, dem Vernehmen nach gibt es bereits ein fertiges Konzept in der Schublade. Ziel ist es, die genannten Gebiete mit den großen Entwicklungszentren von Porsche in Weissach und Bosch in Malmsheim zu verbinden. Der Heimsheimer Schultes Jürgen Troll fordert zudem noch eine Route in Richtung der S-Bahn-Haltstelle Malms-heim, weil viele Pendler in Richtung Böblingen/Sindelfingen oder Leonberg/Stuttgart so umsteigen könnten.

Die Fraktionen von CDU und SPD haben im Enz-Kreistag einen gemeinsamen Antrag gestellt. Darin fordern Christa Pfisterer (CDU) und Margit Vetter (SPD) aus Heimsheim zusammen mit Günter Bächle (CDU) aus Mühlacker und SPD-Rat Matthias Enz aus Wiernsheim, mit den Großunternehmen zu verhandeln und diese an den Kosten zu beteiligen. Und wollen sie den VVS-Tarif ins Heckengäu ausweiten.

Die Verhandlungen sind schon ziemlich weit fortgeschritten, wie der Erste Landesbeamte des Enzkreises, Wolfgang Herz, bestätigt: „Wir warten noch auf die definitive Zusage der beteiligten Firmen.“ Gut 320 000 Euro würde nämlich das Konzept kosten, daher wäre eine Beteiligung der Unternehmen Porsche und Bertrandt wichtig. Mit im Boot sind auch die Busunternehmen Wöhr Tours aus Weissach und Seitter aus Friolzheim.

Was ist konkret geplant? Einmal könnte die Linie vom Porsche-Zentrum Weissach nach Mönsheim weitergeführt und geteilt werden – nach Norden Richtung Wimsheim und Wiernsheim, und nach Süden über Friolzheim und Mönsheim bis nach Heimsheim und Perouse. Zweitens könnte eine „Schleife“ über Heimsheim auch die Orte Tiefenbronn und Neuhausen umfassen und Richtung Leonberg/Stuttgart anbinden.

Zudem sollen die Takte verdichtet und die Linien „durchgebunden“ werden, wie es in der Fachsprache heißt. Herz sagt: „Man käme zum Beispiel ohne Umsteigen vom Gewerbegebiet Dieb in Mönsheim zu Porsche.“ Auch werden Haltestellen verlegt – etwa an der Dieb-Kreuzung oder in Friolzheim, damit die Pendler zu Fuß besser zur ihren Arbeitsplätzen bei Bertrandt oder Porsche gelangen können.

Eine Anbindung an den S-Bahn-Halt Malmsheim ist vorerst nicht geplant. Auch eine Ausweitung des Verkehrsverbundes Stuttgart etwa auf Mönsheim, Friolzheim oder Wimsheim – wie von CDU und SPD gefordert – stößt im Landratsamt auf Vorbehalte. „Das würde in unserem Verkehrsverbund VPE doch zu erheblichen Einnahmeausfällen führen“, erklärt der Vize-Landrat Herz. Man rechnet hier mit jährlich 400 000 Euro. Der Kreistag wird sich in der nächsten Sitzungsrunde mit den Anträgen dazu beschäftigen, heißt es. Ziel ist, das neue Buskonzept zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 starten zu können.

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