Der junge Pfarrer Christopher Fritz mit seiner Familie. Foto: privat

Am vergangenen Wochenende haben die evangelischen Christen von Friolzheim ihren Übergangspfarrer Hansgeorg Kraft verabschiedet. Gleichzeitig fangen jetzt gleich drei junge Pfarrer in den Enzkreis-Gemeinden im Heckengäu an.

Enzkreis - Am vergangenen Wochenende haben die evangelischen Christen von Friolzheim ihren Übergangspfarrer Hansgeorg Kraft verabschiedet. Der inzwischen 75-Jährige gab kund, wie wohl er sich in der Gemeinde gefühlt habe. Vor zwei Jahren verließ der langjährige Pfarrer Arno Konrad Friolzheim, um in Rudersberg im Rems-Murr-Kreis einen Neuanfang zu wagen. Der Dekan im Ruhestand Hansgeorg Kraft war sofort zur Stelle, um auszuhelfen, in der Seelsorge, bei den Gottesdiensten. Gerne lassen sie ihn nicht ziehen. „Er war sehr engagiert, hat viel bewegt“, lobt Sabine Binder, die Vorsitzende des Friolzheimer Kirchengemeinderates.

Dennoch: in der fast 1500 Mitglieder starken Kirchengemeinde ist man auch sehr froh, dass die Vakanz endet und nun wieder ein fester Pfarrer kommt. Christoph Fritz ist sein Name, 33 Jahre ist er jung. Am morgigen Sonntag um 10 Uhr wird er in der Agapitus-Kirche mit einem Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Mit seiner Frau Maike und den Kindern Felix (zwei Jahre) und Salomone (drei Monate) ist er schon Mitte August nach Friolzheim gezogen. „Wir sind sehr warmherzig empfangen worden“, berichtet Christoph Fritz. Der Posaunenchor habe gespielt, Blumen standen vor der Haustür, ein Schild begrüßte die Familie schon am Ortseingang. „Wir haben uns sofort wohl gefühlt.“

Christoph Fritz ist in Magstadt geboren worden und aufgewachsen. Er besuchte das Renninger Gymnasium, ging nach dem Abitur ein halbes Jahr für ein soziales Praktikum nach Berlin; dort arbeitete er mit Drogenabhängigen. In Tübingen studierte er evangelische Theologie. Im März 2007 begann er schließlich sein Vikariat in Ludwigsburg, im Herbst 2009 wurde er schließlich Pfarrer zur Dienstaushilfe im Kirchenbezirk Marbach. „Zu zwei Dritteln war ich dort als Springer unterwegs, zu einem Drittel hatte ich einen festen Dienstauftrag in Marbach-Körnle“, erzählt er. Im Frühjahr diesen Jahres entschieden sich der Friolzheimer Kirchengemeinderat und der Kirchenbezirk für Fritz’ Anstellung.

Nun zu 100 Prozent für eine einzige Kirchengemeinde zuständig zu sein, sich ganz auf die Menschen dort konzentrieren zu können, das ist einer der Gründe für sein Engagement im Heckengäu. „Mir gefällt es hier, man kann viel bewegen“, sagt er und nennt das noch junge Gemeindehaus als Beispiel für dieses Engagement. Ein weiterer Grund: „Meine Eltern wohnen ja in Magstadt, es ist schön für mich und meine Familie, nicht mehr so weit von ihnen entfernt zu leben“, erzählt Fritz, der als junger Mann mit einem Freund durch Südwestdeutschland tingelte; gemeinsam jonglierten sie vor Publikum und erzählten dabei von ihrem Glauben an Gott.

Fritz ist indes nicht der einzige, der am Wochenende im Enzkreis-Teil des Heckengäus sein Amt als Pfarrer antritt. Kerstin Gottfried, Jahrgang 1980, wird am Sonntag um 14.30 Uhr in der Christuskirche in Heimsheim als Pastorin in ihr Amt eingeführt. Der Superintendent Siegfried Reissing leitet diesen Gottesdienst mit anschließendem Stehempfang. Kerstin Gottfried wird ihrem Mann Rainer Gottfried auf der Stelle nachfolgen. Die junge Pastorin stammt ursprünglich aus Tumlingen bei Freudenstadt. Sie hat Theologie in Reutlingen und Sao Paulo studiert, wo sie ihren Mann kennenlernte, der damals „Rainer de Sa Marcelino da Silva“ hieß. Seit 2008 arbeitete sie im Bezirk Calw-Stammheim als Pastorin auf Probe.

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