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Das kleine Sommertief am Arbeitsmarkt wird bis zum Herbst überwunden sein. Der Trend bleibt positiv. Die gute konjunkturelle Lage nutzt vor allem gut qualifizierten Beschäftigten, findet Wirtschaftsredakteur Thomas Thieme.

Stuttgart - Vergangene Woche haben die Sommerferien im Ländle begonnen. Für alle Schulabgänger steht nun die nächste Station im Leben an: der Einstieg in ein Studium oder direkt ins Berufsleben. Doch bis zum Ausbildungsstart im September oder zum Semesterbeginn im Herbst müssen eine Reihe von ihnen eine kurze Übergangszeit überbrücken. Daneben melden sich auch junge Männer und Frauen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, aber nicht vom Lehrbetrieb übernommen werden – nach BA-Angaben immerhin 32 Prozent der Azubis – kurzfristig arbeitslos. Beides sind sogenannte saisonale Effekte. Sie sorgen für einen kurzfristigen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Sommer.

Das Sommerloch wird bald überwunden sein

Weil Betriebe ferienbedingt generell zurückhaltend bei Neueinstellungen sind, stagniert der gesamte Arbeitsmarkt zeitweise. Doch dieses Sommerloch wird absehbar überwunden. Für den Herbst prognostizieren die Arbeitsmarktforscher und Volkswirte eine Fortsetzung des positiven Trends der vergangenen Monate.

Das vorübergehende Beschäftigungstief, wenn man es angesichts von einer historisch hohen Beschäftigung überhaupt als solches bezeichnen mag, schärft allerdings die Sinne für ein anderes aktuelles Phänomen: Die Dynamik am Arbeitsmarkt nimmt weiter zu. Und das gilt ausdrücklich nicht nur für die Berufseinsteiger, von denen bis zum Herbst die allermeisten einen Job gefunden haben werden.

In Zeiten von bundesweit mehr als 750 000 freien Stellen quer durch alle Industriebereiche und Dienstleistungssektoren lohnt sich der Blick nach rechts und nach links: Vor allem gut ausgebildete Fachkräfte finden momentan Alternativen, wenn sie sich verändern oder finanziell verbessern wollen. Und Unternehmen sind in zunehmendem Maße bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, um Leistungsträger an sich zu binden. Diese Dynamik zeigt vor allem eins: Bildung und Ausbildung lohnen sich. Ein Ratschlag, den gerade die Einsteiger verinnerlichen sollten.

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