Foto: Max Kovalenko/PPF

In der Debatte um den im Hauptbahnhof entgleisten Intercity (IC) wird der Ton rauer – Kritik an Verkehrsminister Hermann.

Stuttgart - In der Debatte um den im Hauptbahnhof entgleisten Intercity (IC) wird der Ton rauer. „Wir verwahren uns dagegen, dass im Zusammenhang mit der Entgleisung eines IC im Vorfeld des Hauptbahnhofs von den Projektgegnern vorzeitig Schlüsse zur Unfallursache gezogen werden“, lässt Wolfgang Dietrich mitteilen. Für den Sprecher des Bahnprojekts ist es „befremdlich, dass noch vor der Feststellung der Unfallursache eine ­Verknüpfung zu den derzeit laufenden Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Projekt Stuttgart 21 gezogen werden“. Dietrich spielt damit auf Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) an. Dieser hatte einen Zusammenhang zwischen dem IC-Unfall und den Arbeiten im Gleisvorfeld im Zuge von Stuttgart 21 für denkbar gehalten. „Der Umstand, dass in kurzem Zeitabstand der gleiche Zug an derselben Stelle entgleist ist, legt die Vermutung nahe, dass es sich nicht um Zufall handelt“, so Hermann Anfang der Woche.

Als „tatsächliche Ursache“ wird in internen Bahn-Schreiben von einer „Überpufferung“ innerhalb zweier Weichen gesprochen. Die seien nach dem Umbau des Gleisvorfelds nur wenige Meter voneinander entfernt, gingen „innerhalb einer Wagenlänge von einem engen Links- in einen engen Rechtsbogen“ über. Verhängnisvoll werde das vor allem bei einer am Ende des Zugs schiebenden Lok. Experten empfehlen, dass Züge gezogen werden müssten.

Am Samstag und Ende Juli waren Züge jeweils an der Weiche 227 entgleist, am Samstag wurden acht Personen leicht verletzt. Experten hatten die Bahn massiv für ihre Arbeiten im Gleisvorfeld kritisiert. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte „die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Bahnverkehrs im Hauptbahnhof“ angezweifelt.

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