Die Korntal-Münchinger denken gar nicht daran, ihre Hilfe für die vom Krieg gebeutelte Stadt in der Ukraine einzustellen. Die Liste der Spenden wird immer länger.
Die Hilfsbereitschaft der Korntal-Münchinger für Baschtanka bleibt ungebrochen. Jetzt haben sie Vertretern der ukrainischen Stadt ein Feuerwehrfahrzeug übergeben. Baschtankas Bürgermeister Oleksandr Berehovi, seine Frau, sein Stellvertreter und weitere Delegierte waren zu Gast in der Strohgäu-Kommune, wo sie auch den Korntaler Sommer besuchten. Bei dem Straßenfest überreichten der Kommandant Fabian Kunberger und der Bürgermeister Alexander Noak (parteilos) die Schenkungsurkunde samt Tanklöschfahrzeug. Vor rund zwei Jahren hat die Stadt bereits ihre ausgemusterte Drehleiter nach Kiew gespendet, mit Hilfe der Organisation @fire. Die Drehleiter leistet in der Hauptstadt bis heute wertvolle Unterstützung, berichtet Andreas Rometsch von der Korntal-Münchinger Feuerwehr.
Und findet die Begeisterung der ukrainischen Feuerwehrleute verständlich, wie er sagt: Zwar ist der „Tanker“ schon 38 Jahre alt, jedoch sei die Mercedes NG-Baureihe für ihre Robustheit und Zuverlässigkeit bekannt. Der 220 PS starke Frontlenker habe einen Tank mit einem Volumen von 2500 Litern Löschwasser. Bei sparsamer Verwendung reiche das aus, um eine knappe halbe Stunde autark Löscharbeiten vornehmen zu können. Oleksandr Berehovi war überwältigt. „Liebe Freunde, im Namen aller Bürgerinnen und Bürger von Baschtanka möchte ich mich für Ihre Hilfe und Unterstützung bedanken. Diese Hilfe erreicht uns in diesen schwierigen Zeiten“, sagte er.
„Das können wir uns hier so nicht vorstellen“
Zuvor hatten sich die zwei Bürgermeister bei einem kommunalen Austausch über aktuelle Themen unterhalten. „Wir haben viele ähnliche Themen, zum Beispiel Photovoltaik“, berichtete Alexander Noak später beim Korntaler Sommer auf der Bühne. Er sagte auch: „Jedoch wird bei den bewegenden Ausführungen aus Baschtanka schnell klar, dass der Krieg in der Ukraine alles überschattet. Das können wir uns hier so nicht vorstellen“. Die Infrastruktur in Baschtanka, das nur 70 Kilometer von der Front entfernt sei, sei stark beschädigt. Mit Folgen: Regelmäßig bricht die Stromversorgung zusammen.
Keine Frage also, dass die Ende 2022 vom Jugendgemeinderat angestoßene Initiative „Korntal-Münchingen hilft Baschtanka“ auch hier eine Lösung fand: Das Team wird über die „Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ) eine PV-Anlage spenden können. Besonders könne damit auch die Wasserversorgung verbessert werden: Für die Aufbereitung des Wassers aus einem nahe gelegenen See braucht es ebenfalls Energie.
Erneut ein erfolgreiches Benefizkonzert
Bürgermeister Noak erzählte außerdem, dass die aktuelle Spendenaktion für Solarstraßenlampen erfolgreich angelaufen sei: Ende Juni gaben Roland Baisch und die High’n Mighty Big Band ein Benefizkonzert. 1160 Euro Spendengelder bei 70 Zuschauern kamen zusammen. Nur zehn Prozent der Kosten müssen über Spendengelder eingesammelt werden. 90 Prozent der Solarstraßenlampen sind über eine Bundesförderung bezuschusst. Heißt: Je mehr Spendengelder zusammenkommen, umso mehr Lampen können gekauft werden.
Baschtankas Bürgermeister Berehovi drückte auch seinen Dank für die im vergangenen Jahr erfolgten Spenden aus. Die Initiative organisierte einen Linienbus, Generatoren, einen Lkw mit Hubsteiger und zwei Ford Transit-Busse über Spenden. 17 000 Euro kamen zusammen – plus eine Finanzspritze der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“. Die hatte auch den Kontakt zu Baschtanka hergestellt.