Verschiedene Energy-Drinks von Discountern Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Energy-Drinks gehören zu den beliebtesten Getränken. Mehr als 320 Millionen Liter davon werden allein in Deutschland getrunken, rund neun Milliarden Liter sind es weltweit. Wie ungesund zu viel von der koffein- und zuckerhaltigen Brause ist, zeigt eine neue Studie der Krankenkasse DAK.

Hamburg - Fast jedes fünfte Schulkind nimmt nach einer Untersuchung der Krankenkasse DAK regelmäßig Energy-Drinks zu sich. Daraus resultierten negative Folgen für die Gesundheit: Bei den Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klassen, die Energy-Drinks konsumieren, seien Übergewicht, Schlafstörungen und Hyperaktivität besonders häufig.

Laut DAK-Untersuchung trinken 19 Prozent der Heranwachsenden in den genannten Jahrgangsstufen mindestens einmal im Monat Energy-Drinks. Sechs Prozent tun das wöchentlich, drei Prozent täglich.

Die DAK hat die nach ihren Angaben repräsentative Studie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in 13 Bundesländern gemacht. Rund 14 000 Mädchen und Jungen aus mehr als 900 Schulklassen wurden demnach befragt.

Für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich

Von den täglichen Energy-Drink-Konsumenten sind den Angaben zufolge zwei Drittel männlich. „Gerade für Heranwachsende sind aufputschende Softdrinks bedenklich“, betont der DAK-Vorstandsvorsitzende Andreas Storm. „Sie enthalten viel Koffein, sind extrem gesüßt und stecken voller synthetischer Zusatzstoffe.“

Die Energy-Drinks verliehen keinen Powerschub, sondern könnten zu massiven Gesundheitsproblemen führen. „Wir sehen insbesondere bei Schlafproblemen, Übergewicht und Hyperaktivität einen Zusammenhang“, erklärt IFT-Studienleiter Reiner Hanewinkel.

Dieser zeige sich schon, wenn Kinder und Jugendliche etwa einmal im Monat regelmäßig einen Energy-Drink zu sich nehmen – und werde extrem deutlich bei vieltrinkenden Jugendlichen. So berichteten fast zwei Drittel (63 Prozent) der Jungen und Mädchen mit täglichem Konsum von Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. In der Gruppe derjenigen, die nie oder nur selten Energydrinks trinken, seien Schlafstörungen deutlich seltener (41 Prozent).

Die DAK fordert, Energy-Drinks besser zu kennzeichnen. Bisher müssten die Hersteller über konkrete Gesundheitsrisiken nicht informieren.

Lesen sie hier: Von Bacardi Breezer bis Bananenweizen – Die zehn schlimmsten Drinks aus unserer Jugend

70 Prozent der Jugendlichen trinken Energy-Drinks

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke gehören zu den beliebtesten Getränken. Mehr als 320 Millionen Liter davon werden allein in Deutschland getrunken, rund neun Milliarden Liter sind es weltweit.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Düsseldorf trinken fast 70 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland Energy-Drinks – und jeder vierte von ihnen mehr als gesund ist. Auch Studenten und Erwachsene greifen zu den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken, um ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Schlecht für die Gesundheit

Wie gefährlich Energy-Drinks sind, zeigt auch eine Studie der University of Waterloo im kanadischen Ontario. In der landesweiten Studie wurden 2055 kanadische Jugendliche zwischen zwölf und 24 Jahren befragt, wie oft und wie viel von der Brause sie konsumieren.

Rund 55 Prozent von ihnen gaben an, dass sie nach übermäßigem Konsum an Erbrechen, Brustschmerzen und Krampfanfällen gelitten haben.

„Energy-Drinks können sich negativ auf die Gesundheit von Jugendlichen auswirken“, lautet das Fazit der Forscher um David Hammond, Professor an der School of Public Health an der University of Waterloo.

Auch wer Sport betreibt, sollte sie nicht zu sich nehmen. „Die meisten bisherigen Risikobewertungen haben Kaffee als Referenz für die Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen von Energy-Drinks verwendet“, erklärt Hammond. „Es ist jedoch klar, dass diese Produkte ein größeres Gesundheitsrisiko darstellen.“

Biel zu viel Zucker

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Energie-Drinks seien auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurückzuführen oder auf die Art und Weise, wie sie konsumiert würden, so der kanadische Mediziner weiter. Häufig würden Energy-Drinks zusammen mit Alkohol getrunken oder während körperlicher Aktivität konsumiert.

Wer wissen will, warum die Wachmacher „Flügel verleihen“, sollte sich mal die Liste der Inhaltsstoffe auf der Dose anschauen. Energy-Drinks enthalten jede Menge Koffein, Zucker (Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose), Kohlensäure, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Eine 0,25-Liter-Dose kann bis zu 35 Gramm Zucker enthalten (umgerechnet zwölf Stück Würfelzucker).

Lesen Sie hier: Ernährung – „Überzuckerungstag“ – Zu viel Zucker macht Kinder krank

Hoher Konsum kann zu Herzrhythmus-Störungen führen

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind mehr als zwei Energy-Drinks pro Tag gesundheitlich schon bedenklich, da ein zu hoher Konsum zu Herzrhythmus-Störungen führen kann. Wer unter Herz-Kreislauf-Beschwerden sollte diese Getränke ganz meiden. Bei einer Vorschädigung des Herzens kann exzessiver Koffeinkonsum gravierende Folgen haben. Koffein wirkt ähnlich wie das Stresshormon Adrenalin.

Der deutschen Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung zufolge sind Energy-Drinks koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die pro Liter maximal 320 Milligramm Koffein, 4000 Milligramm Taurin, 200 Milligramm Inosit und 2400 Milligramm Glucuronolacton enthalten dürfen.

Seit Ende 2014 müssen Getränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter enthalten auf der Verpackung den Hinweis tragen: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: