Die im Tauschwald geplanten Windräder sind umstritten. Foto: Stadtwerke Stuttgart

Die Energiewende geht alle an. Die Landeshauptstadt will bis 2020 den Energieverbrauch um 20 Prozent reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent steigern. Dazu sollen die Bürger Ideen liefern.

Stuttgart - Am 11. Dezember 2014 hat OB Fritz Kuhn (Grüne) sein Energiekonzept für die Landeshauptstadt vorgelegt. Die Antreiber für Einsparung und den Ausbau nicht klimaschädlicher Energien sind aus Sicht von Kuhn die Stadtwerke und das Umweltamt. Nun sollen aber auch die Bürger Gas geben. Vom 1. bis zum 30. September fordert Kuhn die Stuttgarter auf, auf der Online-Plattform www.stuttgart-meine-stadt.de ihre Vorschläge zu notieren und zu diskutieren. Fünf Foren sind dafür eingerichtet.

Die Energieversorgung solle „ökologisch, wirtschaftlich und sozial gerecht sein“, sagt Kuhn. Er und der neue Bau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) erhoffen sich Hinweise zum Beispiel auf Standort für neue Solaranalgen und Nahwärmesysteme, Energiespartipps und Erfahrungsberichte über Gebäudesanierungen, denn in älteren Häusern steckt ein großes Einsparpotenzial.

Bei den erneuerbaren Energien ist die Stadt auf halbem Weg

Von 1990 bis 2012 hat die Stadt ihren Primärenergieverbrauch um 14 Prozent senken können. In den nächsten fünf Jahren sollen daraus 20 Prozent werden. Bei den erneuerbaren Energien hat die Stadt erst die halbe Strecke (9,7 Prozent) geschafft. Gegenüber 1990 soll ihr Anteil auf 20 Prozent steigen. Auf der Stadtfläche allein ist das schwierig. Windräder wie zum Beispiel im Tauschwald bei Weilimdorf sind sehr umstritten, und große Flächen für Solaranlagen rar. Auch deshalb muss die Verwaltung auf private Initiative setzen. Sie dürfte sich mittelfristig auszahlen, denn die Energiepreise werden nicht immer so niedrig sein wie jetzt.

Die Urbanisierung der Energiewende, von der Kuhn spricht, bedeute, dass Stuttgart ohne Atomstrom und letztlich auch ohne Strom aus Kohlekraftwerken versorgt werden kann. „Die Summe macht es, die Energiewende ist ein gemeinsames Projekt der gesamten Gesellschaft“, sagt Pätzold.

Sein Konzept hat Kuhn mit Vertretern der Energiebrache oder auch Schülern diskutiert. Im September soll ein Bürger-Workshop folgen. Das letzte Wort hat dann der Gemeinderat.

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