In Mühlhausen protestierten Landwirte gegen die geplante Erweiterung des Umspannwerks. Die Stadt Stuttgart indes hat noch keine Bauvoranfrage.
Die EnBW-Tochter Tansnet BW plant eigenen Angaben zufolge bei ihrem bisherigen Umspannwerk im Norden Stuttgarts eine autarke mobile weitere Einheit zur Versorgungssicherheit. Dafür braucht es zusätzliche Flächen. Deshalb wurden die betroffenen Grundstückseigentümer im Herbst vergangenen Jahres angeschrieben. Landwirte und Grundstückseigentümer sowie der Bürgerverein Mühlhausen haben sich gegen das Projekt von Transnet gestellt, am Umspannwerk in Mühlhausen Grundstücke zu verkaufen. Sie wollen statt einer „Versiegelung auf Vorrat“ eine andere Lösung.
Wie Jochen Brust, der landwirtschaftliche Obmann, erklärt, schlagen sie vor, eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch eintragen zu lassen und von Seiten des Unternehmens Metallplatten vorzuhalten, die im Notfall ausgelegt werden können, um so den Aufbau eines mobilen Umspannwerks auch bei feuchter Witterung zu ermöglichen. Dann könnten die Landwirte in der Zwischenzeit die Ackerflächen weiter bewirtschaften.
Die Stadt hat auch Grundstücke im Erweiterungsgebiet
Wie groß die benötigte Fläche ist, um die es geht, hat Transnet bisher nicht benannt. Auch die Stadt hat dort im Erweiterungsbereich Grundstücke. Doch unklar sei noch, wie groß ihr Anteil in dem betroffenen Bereich ist: Dazu lägen dem Amt für Stadtplanung und Wohnen keine abschließenden Informationen vor, heißt es von Seiten der Verwaltung. Dem Liegenschaftsamt sei das Vorhaben ohne konkrete Details bekannt, heißt es auf Nachfrage in einer Antwort der Stadt. Im Fall einer Erweiterung würden vorrangig private Grundstücke benötigt, die die Firma Transnet BW erst einmal in einem ersten Schritt kaufen müsste. In einem weiteren Schritt könne dann geklärt werden, ob städtische Grundstücke benötigt würden, die im nördlichen Rand der Erweiterungsflächen liegen.
Stadt: Flächenbedarf und Versorgungssicherheit müssen abgewogen werden
Die Stadt erklärt zum dem Projekt, dass es um die Versorgungssicherheit in Hinblick auf die Stromversorgung gehe. Der Flächenbedarf und die Versorgungssicherheit seien aus Sicht des Amts für Stadtplanung und Wohnen im Zuge des weiteren Verfahrens abzuwägen.
Zwischen Transnet BW und der Stadt Stuttgart habe erst ein Vorgespräch stattgefunden, bei dem auch Vertreter des Amts für Stadtplanung und Wohnen teilgenommen hätten. Ob ein Bebauungsplan notwendig sei, um den Plan umzusetzen, sagte die Stadt nicht. Sie verwies darauf, dass Transnet derzeit weitere Schritte kläre, die auch die Art des Genehmigungsverfahrens beträfen. Eine planungsrechtliche Prüfung sei deshalb noch nicht abschließend erfolgt. Beim Baurechtsamt der Stadt sei bis dato noch keine Bauvoranfrage zu dem Projekt eingegangen.