Der Holzmarkt wird aktuell von Panik-Käufern dominiert. Darum ist der Wald mehr denn je auf Schutz angewiesen, kommentiert unser Autor Erdem Gökalp.
Die Förster haben es schon längst bemerkt. Der Krieg in der Ukraine ist in den baden-württembergischen Wäldern angekommen. Um Heizkosten zu sparen, wollen ungewöhnlich viele Menschen mit Holz heizen. Sie haben die Nachfrage und die Preise im vergangenen Jahr in die Höhe getrieben. Online finden zudem Diskussionen statt, die den finanziellen Nutzen gegenüber dem ökologischen Schaden abwägen wollen.
Das Verbrennen von Holz ist dreckig, nicht nachhaltig und umweltschädlich. Und im Gegensatz zum Heizen mit Öl und Gas ist es auch meistens vermeidbar. Hinzu kommt, dass für die Hüter der Wälder seit Kriegsbeginn auch der Kampf um den Schutz der Umwelt ein neues Niveau erreicht hat. Die Bestände der von Förstern verwalteten Waldgebiete sind längst ausverkauft und sie müssen sich stattdessen mit Holzdieben rumquälen.
Hysterie auf dem Holzmarkt
Das Panikverhalten der Konsumenten erinnert an die Zeiten der Coronapandemie, in denen kaum noch Nudeln und Klopapier in den deutschen Supermärkten zu finden waren. Hinzu kommt, dass sich nicht mehr erhebliche Kosten durch das Heizen mit Holz sparen lassen. Vielmehr sind die Preise für den Rohstoff ähnlich wie bei Gas und Öl ebenfalls im vergangenen Jahr in die Höhe geschossen. Wir beobachten also einerseits eine regelrechte Hysterie auf dem Holzmarkt und können auf der anderen Seite beobachten, wie der Wald im Land ausgebeutet wird. Zwar hat das Europäische Parlament im vergangenen Jahr zumindest erste Maßnahmen beschlossen, um den Holzverbrauch zu regulieren, doch um für die kommenden Jahre ein ähnliches Konsumentenverhalten zu verhindern, braucht es mehr Schutz und Hilfe für die deutschen Förster. Und das möglichst bald, denn der Winter ist noch nicht vorbei.