Eine Tombola, die Nikolausstiefelaktion, Plakate und viele weitere individuelle Angebote: Die Waldenbucher Einzelhändler wollen den Bürgern zeigen, dass sie wieder da sind. Foto: Claudia Barner

Seit dem gestrigen Freitag sind wieder alle Geschäfte in der Waldenbucher Innenstadt erreichbar – und die Gewerbetreibenden starten mit Sonderaktionen neu durch. Bürgermeister Lutz lobt das Verhalten.

Waldenbuch - Am Freitag um 13 Uhr sind die letzten Absperrgitter an der Straße Auf dem Graben zur Seite geräumt worden. Seitdem ist die Zufahrt in die Waldenbucher Altstadt von der Landesstraße 1208 aus wieder möglich. Bei den Einzelhändlern im Städtle, die während der Sanierung der Ortsdurchfahrt sechs Monate lang mit massiven Umsatzeinbrüchen kämpfen mussten, glätten sich die Sorgenfalten langsam wieder. Nun dominieren Aufbruchstimmung und Tatendrang. Mit Plakaten, einer Tombola, der Nikolausstiefelaktion sowie vielen individuellen Angeboten melden sich die Unternehmen zurück.

„Wir sind wieder da“

Ein letztes Mal nahmen sich die im Stadtkern angesiedelten Einzelhändler am Freitagmorgen eine kurze Auszeit, um bei einem Baustellen-Cafe am neuen Kreisverkehr Einigkeit und Stärke zu demonstrieren. Rund 30 Gewerbetreibende waren der Einladung von Bürgermeister Michael Lutz und der GHV-Vorsitzenden Heiderose Waidelich gefolgt und blickten auf die vergangenen Monate zurück. „Die Vollsperrung hat den Geschäftsleuten wirklich viel abverlangt“, bilanzierte Heiderose Waidelich. Den Pressetermin wertete sie als starkes Signal an die Kundschaft: „Wir sind wieder da.“

Nach der langen Durststrecke hoffen die Einzelhändler nun auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. „Wir sind wirklich sehr froh, dass das Regierungspräsidium die Bauarbeiten bis zum 8. Januar unterbrochen hat, und die Stadt die Mehrkosten übernimmt“, sagte Brigitte Schultz und freute sich. Die Mitinhaberin des Geschenklädle hatte die prekäre Situation der Händler vor wenigen Wochen in einem Brief an die Stadtverwaltung thematisiert und sich mit Kaufhauschef Christof Binder und anderen Kollegen für die vorweihnachtliche Baupause stark gemacht.

Bürgermeister Lutz bedankt sich für die Geduld

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um innezuhalten“, bekräftigte Bürgermeister Michael Lutz vor den Unternehmern und bedankte sich für die Geduld aller, die von der monatelangen Vollsperrung betroffen waren. „Jeder hat versucht, aus der Situation das Beste zu machen“, lobte er. Wenn sich 10 000 Fahrzeuge täglich neue Wege suchen müssten, sei das nicht ohne besondere Belastungen für den einen oder anderen zu bewältigen. Mittlerweile würden jedoch auch die positiven Sanierungseffekte von privater Seite aus sichtbar. Dazu gehöre die Fassadenerneuerung am Gebäude der Post und der Uhland-Apotheke ebenso, wie neue Geschäftsansiedlungen und der Bau eines Mehrfamilienhauses an der Ortsdurchfahrt.

Für die Gewerbetreibenden zählt nun vor allem, dass die auf Umleitung getrimmte Kundschaft den Weg zurück ins Städtle findet. Mit Jammern hält man sich deshalb nicht auf. „Wir sind wieder erreichbar, starten neu durch und rühren die Werbetrommel so laut es geht“, beschrieb Verena Binder vom Bekleidungshaus Apropo die allgemeine Gefühlslage. Verlosungen und Gewinnspiele gehören ebenso dazu, wie weihnachtliche Sonderaktionen oder Ausstellungen. „Wir haben gemeinsam ein großes Überraschungspaket geschnürt“, versicherte GHV-Chefin Waidelich. Wer nachschauen möchte, was sich im Einzelnen darin befindet, hat dazu auf der Homepage des GHV unter www.ghv-waldenbuch.de Gelegenheit. Sämtliche Angebote und Initiativen der Händler werden dort von Anfang Dezember an eingestellt.

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