EnBW Energiekonzern steigt bei Offshore-Windenergie in Asien ein

Von red/dpa/lsw 

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW weitet sein Engagement in der Offshore-Windenergie nach Asien aus. Foto: dpa-Zentralbild
Der Karlsruher Energiekonzern EnBW weitet sein Engagement in der Offshore-Windenergie nach Asien aus. Foto: dpa-Zentralbild

EnBW richtet seine Strategie immer stärker an Erneuerbaren Energien aus. Zu den Offshore-Windparks in Deutschland sollen jetzt auch welche in Asien hinzukommen.

Karlsruhe - Der Karlsruher Energiekonzern EnBW weitet sein Engagement in der Offshore-Windenergie nach Asien aus. Als erster Schritt einer neuen internationalen Wachstumsstrategie steige das Unternehmen mit 37,5 Prozent in die Entwicklungsgesellschaften für drei Projekte in Taiwan ein, teilte EnBW am Montag mit. Partner seien der australische Investor Macquarie Capital und der taiwanesische Projektentwickler Swancor Renewable. Es gehe um insgesamt bis zu 2000 Megawatt (MW) installierte Leistung.

EnBW übernehme Teile der technischen Projektentwicklung. Die Investitionssumme liege bis zur Baureife im unteren dreistelligen Millionenbereich. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Windenergieanlagen auf hoher See

Bisher betreibt EnBW Windenergieanlagen auf See mit 336 Megawatt Leistung. 610 MW sind nach Unternehmensangaben im Bau und weitere 900 MW in Planung. Im Windpark „Baltic 2“ in der Ostsee leistet jede Anlage bis zu 3,6 MW, im Windpark „Hohe See“ in der Nordsee, der 2019 ans Netz gehen soll, werden es bis zu 7 MW sein.

EnBW will bis 2025 mehr als 5 Milliarden Euro in den Ausbau der Erneuerbaren Energien stecken. Gleichzeitig werden die letzten beiden Atomreaktoren des Konzerns in den kommenden Jahren abgeschaltet. Auch aus der Kohleverstromung will sich EnBW weiter zurückziehen. Nach einem Milliardenverlust 2016 kehrte das Unternehmen mit rund 21 000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurück. Der Konzernüberschuss für die ersten neun Monate betrug rund 1,87 Milliarden Euro.

Nächstes Offshore-Kapitel für EnBW

Mit dem Schritt nach Taiwan schlage EnBW das nächste Kapitel der Offshore-Aktivitäten auf, sagte der Leiter für Erzeugung Portfolioentwicklung, Dirk Güsewell. „Die Expertise, die wir uns in den letzten Jahren bei der Windkraft auf See aufgebaut haben, ist weltweit gefragt - und wir wollen sie exportieren.“ Taiwan habe ein großes Potenzial für Erneuerbare Energien. Der Inselstaat will bis 2025 aus der Atomenergie aussteigen und dazu vor allen die Offshore-Windenergie stark ausbauen.

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