Hans-Peter Villis (rechts) sagt über die EnBW: "Das Unternehmen braucht Ruhe." Links Stefan Mappus. Foto: dpa

Der Kaufpreis von 41,50 pro EDF-Aktie im Dezember 2010 sei aus Sicht von Hans-Peter Villis angemessen gewesen. Dies sagte der Ex-EnBW-Chef nun vor dem EnBW-Untersuchungsausschuss in Stuttgart aus.

Der Kaufpreis von 41,50 pro EDF-Aktie im Dezember 2010 sei aus Sicht von Hans-Peter Villis angemessen gewesen. Dies sagte der Ex-EnBW-Chef nun vor dem EnBW-Untersuchungsausschuss in Stuttgart aus.

Stuttgart - Der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat aus Sicht des Ex-EnBW-Chef Hans-Peter Villis nicht zu viel für die Anteile am Karlsruher Energieversorger ausgegeben. Der Kaufpreis von 41,50 pro Aktie im Dezember 2010 sei angemessen gewesen, sagte Villis am Freitag vor dem EnBW-Untersuchungsausschuss in Stuttgart. „Aus meiner Sicht war er nachvollziehbar.“

Das von der Staatsanwaltschaft Stuttgart in Auftrag gegebene Gutachten, nach dem das Land dem französischen EDF-Konzern mit 4,7 Milliarden Euro rund 780 Millionen Euro zu viel gezahlt habe, sei oberflächlich. Insbesondere die Strompreisentwicklung sei zu pessimistisch angenommen worden, zumal Gegenmaßnahmen wie das Abstoßen von Beteiligungen und Investitionen in erneuerbare Energie nicht berücksichtigt worden seien. Der Finanzwissenschaftler Wolfgang Ballwieser habe nicht das Gesamtsystem betrachtet.

Zugleich rief Villis dazu auf, das Image des drittgrößten deutschen Versorgers nicht weiter zu beschädigen. „Das Unternehmen braucht Ruhe.“ Der Konzern mit seinen 20.000 Mitarbeitern sei gut aufgestellt und habe Zukunft.

Villis ist nach eigenen Worten nicht in den umstrittenen Deal involviert und sehr überrascht gewesen, als Mappus ihn am 6. Dezember kurz nach 0 Uhr von der Transaktion unterrichtete. Der Diplom-Ökonom, der die EnBW zwischen 2007 und Herbst 2012 führte, war wohl der letzte Zeuge, den der Untersuchungsausschuss befragte. Nun wird der Abschlussbericht fertigstellt und dann im Parlament diskutiert.

Das Gremium hat in den gut zwei Jahren seiner Arbeit nach einem Bericht der „Schwäbischen Zeitung“ knapp 600.000 Euro gekostet.

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