Grüner Jubel in Tallinn: Nach einem Sieg gegen Estland sind die Iren ganz nah dran am EM-Ticket. Foto: AP

Kroatien und Irland stimmen sich bereits auf die Euro ein - für die Türkei ist der Zug praktisch abgefahren.

Berlin - Die Fußball-Fans in Kroatien und Irland stimmen sich bereits siegestrunken auf die Euro ein - für die Türkei ist der Zug in die Ukraine und nach Polen dagegen praktisch abgefahren.

Das Team von Guus Hiddink musste mit dem 0:3 gegen Kroatien eine bittere Pille schlucken und hat bereits vor dem zweiten Relegationsduell am Dienstag kaum noch Chancen auf die EM-Teilnahme. "Mit einem Bein und beiden Füßen" ("Irish Times") stehen die Kicker von der Grünen Insel nach dem 4:0-Auswärtssieg in Estland im Feld der 16 Finalisten - für Irland das erste EM-Gastspiel seit 1988. Tschechien verschaffte sich mit dem 2:0 gegen Montenegro eine gute Ausgangslage und auch Portugal liegt mit dem 0:0 in Bosnien-Herzegowina im Soll.

Kroate Olic trifft zur frühen Führung

Die Gesänge von 50.000 Zuschauern in Istanbul verstummten bereits nach zwei Minuten, als Bayern-Angreifer Ivica Olic die frühe Führung für die Kroaten erzielte. Auch danach konnten sich die Balkan-Kicker in der Neuauflage des EM-Viertelfinals von 2008, das die Türkei nach einer dramatischen Verlängerung erst im Elfmeterschießen gewonnen hatte, auf einen Stürmer aus der Bundesliga verlassen. Der Wolfsburger Mario Mandzukic (32.) baute den Vorsprung aus.

Auch vor dem dritten Gegentreffer durch Vedran Corluka (51.) agierte die Türkei kopflos und verunsichert, so dass Guus Hiddinks Zukunft als Trainer ungewisser denn je erscheint. "Ich bin für dieses Resultat verantwortlich. Es ist wichtig, dass die Spieler nun für die Ehre, für sich selbst und ihr Land spielen. Es wird sehr schwierig. Es wird fast unmöglich", meinte der Niederländer mit Blick auf die Partie in Zagreb. Dagegen schwärmte Kollege Slaven Bilic: "Wir hätten einen noch höheren Sieg verdient gehabt. Es war einfach fantastisch."

Irlands Trainer Trapattoni im Glück

Von einem "emotionalen Moment" sprach Trainer-Oldie Giovanni Trapattoni nach dem unerwartet klaren Sieg seiner Iren in Tallinn. Dennoch warnte der 72-jährige Italiener vor dem Rückspiel in Dublin: "Die Katze ist im Sack, aber der Sack ist noch nicht zu." Keith Andrews (13.), Jonathan Walters (67.), Robbie Keane (71./88.) schossen das Resultat heraus. Die Esten konnten zwar lange mithalten, beraubten sich mit Gelb-Roten Karten für Andrei Stepanov (35.) und Raio Piiroja (77.) aber selbst aller Chancen. "Wir haben es nicht verdient mit vier Toren zu verlieren. Das Ergebnis ist sehr enttäuschend", räumte Torjäger Konstantin Vassiljev ein. "Manche Märchen haben einfach ein trauriges Ende", sagte Piiroja.

Cristiano Ronaldo und Co kamen in Zenica gegen Bosnien nicht über ein torloses Remis hinaus. Dabei hatte das Team sogar Glück, dass Hoffenheims Vedad Ibisevic und der frühere Wolfsburger Edin Dzeko kurz vor Schluss Großchancen ausließen. Wie die Türken müsste auch Außenseiter Montenegro im Rückspiel über sich hinauswachsen, um nach dem 0:2 in Prag noch den Sprung zur EM zu schaffen. Václav Pilar (63.) und Tomá? Sivok (90.+2) schossen den ungefährdeten Erfolg für Tschechien mit den Bundesligaprofis Michal Kadlec und Tomas Pekhart heraus. "Ein ideales Ergebnis", frohlockte Torhüter Petr Cech.

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