Mit großem Jubel haben Tausende Fans bei der WM 2006 den Mannschaftsbus des deutschen Teams in Stuttgart empfangen. Foto: dpa

Auf ein neues Sommermärchen in Stuttgart – diese Hoffnung hat der Zuschlag der EM 2024 ausgelöst. Ob Politiker, Touristiker oder Künstler, alle sind gleichermaßen begeistert.

Stuttgart - Es sind vielfach Superlative, mit denen die Stuttgarter auf die Nachricht reagieren, dass Deutschland die EM 2024 ausrichtet, schließlich ist man einer von zehn Austragungsorten in der Republik. „Wir freuen uns sehr, dass Deutschland den Zuschlag erhalten hat“, sagt Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Die Landeshauptstadt werde auch als EM-Spielort ihrem Ruf als Sportstadt alle Ehre machen. Die „völkerverbindende Kraft des Fußballs“ sei bei der WM 2006spürbar gewesen. „Dieses Gefühl neu zu beleben ist unser Anspruch auch als EM-Spielort.“

Euphorisch äußern sich einige prominente Künstler. „Wunderbar“, sagt der Schauspieler Walter Sittler. Auch er erinnert sich gut an 2006 und das Spiel um Platz drei. „Das war wahnsinnig schön.“ Der Stadt biete sich einmal mehr die Chance, manches noch bestehende Vorurteil abzubauen. „Stuttgart kann das“, sagt der in Möhringen lebende Schauspieler. „Die Stadt ist gastfreundlich, hatte eine tolle Gastronomie und guten Wein.“ Sittler hofft, „dass Stuttgart mehr als zwei Spiele bekommt“.

Was ist bis dann mit Stuttgart 21?

„Fantastisch“ findet Thomas Fröschle alias Zauberer Topas die Nachricht. 2006 habe die Stadt gezeigt, dass sie viel freundlicher und offener sei, als viele geglaubt haben. „Selbst die Engländer waren überrascht, wie freundlich die Deutschen sein können“, sagt Topas. Nur eines betrübt ihn: „Dass der Bahnhof bis dahin fertig wird, ist wahrscheinlich auch ein Sommermärchen.“

Der Comedian Christoph Sonntag ist nicht weniger begeistert, hat aber auch „nichts anderes erwartet“. Die Region könne einmal mehr zeigen, wie schön sie ist, was immer noch nicht alle wüssten. Erleichtert ist der Comedian aus einem anderen Grund: „Erdogan zum Staatsbesuch in Deutschland, die EM für die Türkei – dann wäre Özil wahrscheinlich noch türkischer Nationaltrainer geworden. Das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen.“

Gute Nachricht für den Tourismus

Stuttgarts Cheftouristiker Armin Dellnitz spricht von einer „ganz wichtigen Botschaft“. Schon die WM 2006 habe einen „riesigen Sprung für die Touristik“ gebracht und sei für die „internationale Bekanntheit von unschätzbarem Wert“ gewesen. Auch die EM 2024 werde nicht nur ein sportliches Großereignis sein. Darüber hinaus könnten sich Stadt und Region „medial präsentieren wie kaum sonst einmal“, freut sich Dellnitz.

Im internen DFB-Ranking hatte Stuttgart Platz vier unter den deutschen Bewerberstädten belegt, beim Thema Sicherheit hat die Mercedes-Benz-Arena den Spitzenplatz erreicht. „Für den VfB Stuttgart ist es eine große Ehre, dass unsere Herzkammer ein weiteres Mal Schauplatz der großen internationalen Fußballbühne sein wird“, sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.

Wieder Public Viewing auf dem Schlossplatz?

Zu den Details lasse sich noch nicht viel sagen, so Jörg Klopfer, Sprecher der städtischen Veranstaltungsgesellschaft In.Stuttgart. Aber schon jetzt erfülle das Stadion „grundsätzlich den Anforderungskatalog.“ Die Frage sei, ob es noch weitere Wünsche gebe. Ob es bei der 2024 wieder Public Viewing in der Stadt geben wird, kann Klopfer noch nicht sagen. Er werde aber „ein Thema“ sein. Bei der WM 2006 sei Public Viewing ein „Riesenerfolg“ gewesen. Dank der zentralen Lage auf dem Schlossplatz habe Stuttgart neben Berlin in der ganzen Republik „die meiste Aufmerksamkeit“ bekommen. „Die Stimmung war herausragend.“

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