Andreas Brehme als Co-Trainer beim VfB Stuttgart zwischen Chefcoach Giovanni Trapattoni (re.) und dem damaligen Sportdirektor Herbert Briem in der Saison 2005/06. Es war Brehmes letzte Trainerstation. Foto: /Baumann

Andreas Brehme war Profi in Italien und Spanien. Wie der Weltmeister von 1990 die beiden Halbfinalgegner einschätzt und was er ihnen bei dieser EM noch zutraut, verrät er Interview.

Stuttgart - Andreas Brehme erzielte 1990 im WM-Finale von Rom gegen Argentinien das entscheidende Tor für Deutschland per Elfmeter. Nach seiner Zeit bei Inter Mailand war der Linksverteidiger auch in Spanien bei Real Saragossa am Ball. Vor dem Halbfinalduell Italien – Spanien an diesem Dienstag (21 Uhr/ARD) gibt der 60-Jährige seine Prognose ab.

 

Herr Brehme, seit Ihrer Zeit als Co-Trainer beim VfB Stuttgart 2005/06 ist es ruhig geworden um Sie. Wie verbringen Sie die Zeit?

Ich arbeite für das italienische Fernsehen, bin an drei Firmen beteiligt und bin Wettbasis-Experte. Und wenn ich in Mailand bin, treffe ich mich auch regelmäßig mit „Maestro“ Giovanni Trapattoni.

Sie haben für Inter Mailand gespielt und auch für Real Saragossa. Wem drücken Sie im Halbfinale die Daumen?

Auch in Spanien hatte ich eine sehr schöne Zeit, aber der Bezug zu Italien ist größer, deshalb bin ich Fan der Squadra Azzurra.

Sind Sie überrascht von den Italienern?

Nein, Sie haben jetzt 32 Mal hintereinander nicht verloren. Da kann man nur den Hut ziehen, sie werden uns Deutsche auch mittelfristig überholen. Ein Riesenkompliment an Roberto Mancini.

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Was zeichnet den Trainer aus?

Ich kenne ihn aus seiner Zeit bei Sampdoria Genua als Gegenspieler sehr gut. Er ist ein super Typ, kommt bei den Spieler richtig gut an. Das wirkt sich auf die Spielfreude aus. Dieser Calcio spettacolo, dieser Spektakelfußball, steckt richtig an.

Wie kam der Wandel weg vom Catenaccio?

Das will ich gar nicht so hoch hängen. Ich bin 1989 unter Trapattoni mit Inter Meister geworden. Wir haben auch nicht gemauert, sondern die meisten Tore erzielt.

Wie schätzen Sie die Spanier ein?

Sie haben unser Team in der Nations League mit 6:0 vom Platz gefegt, aber bei der EM noch nicht so hundertprozentig überzeugt. Das macht Sie aber gefährlich, weil sie noch Steigerungspotenzial haben.

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Luis Enrique wurde von spanischen Medien schon als schlechtester Nationaltrainer der Geschichte verspottet.

Er hat den FC Barcelona 2015 zum Triple geführt und zeigt auch jetzt, was er draufhat. Ohne einen Spieler von Real Madrid verteilt er klug die Kräfte und hat bisher alle Feldspieler des Kaders eingesetzt.

Wer holt den Titel?

Italien wird Europameister – mit einem 1:0-Sieg im Finale gegen England.