Bastian Schweinsteiger ist für die ARD als Experte am Ball. Foto: dpa/Federico Gambarini

ARD und ZDF berichten mit großen Teams von der EM – auch aus dem Südwesten sind Reporter vertreten. Neben den Öffentlich-Rechtlichen überträgt auch der Streamingdienst Magenta TV die Spiele live.

Stuttgart - Für Lennert Brinkhoff aus Stuttgart ging es auf der Karriereleiter zuletzt ziemlich steil nach oben. 2016 stand er noch beim isländischen EM-Achtelfinalsieg gegen England im Fanblock, fünf Jahre später wird er Joachim Löw und Co interviewen: Als Nationalmannschaftsreporter der ARD folgt Brinkhoff dem DFB-Team während des gesamten Turniers und liefert täglich Stimmen in die deutschen Wohnzimmer – entweder aus dem Quartier in Herzogenaurach oder vom jeweiligen Spielort.

 

Die Sportfans im Südwesten kennen den gebürtigen Ostwestfalen und Fan von Arminia Bielefeld bereits als Moderator der Sendung „SWR Sport“ am Sonntag. Dass Brinkhoff jetzt auf der großen TV-Bühne im Einsatz ist, sieht er auch als Ansporn: „Das ist eine begehrte Aufgabe, bei der man Leistung bringen muss.“

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Am meisten freut er sich auf die Gespräche aus dem DFB-Quartier, die 2018 bei der WM in Russland noch Gerhard Delling geführt hat. „Ich mag das Ausgeruhte“, sagt Brinkhoff, „es tut Gesprächen gut, wenn man sich vorbereiten kann.“ Aber auch die Interviews direkt nach Spielende seien eine spannende Herausforderung – Brinkhoff erinnert sich noch genau an das 0:6 der deutschen Mannschaft gegen Spanien im vergangenen Jahr: „Da überlegt man sich die Fragen mit jedem weiteren Gegentor ständig neu. Ich habe während des Spiels vier Zettel vollgekritzelt.“

Bei einem deutschen Ausscheiden ist übrigens auch für Brinkhoff das Turnier vorbei – er wäre aber auch auf einen Finaleinzug vorbereitet: „Die nötigen Visa für die Gastgeberländer sind schon beantragt.“ Während der vier Turnierwochen ist der 36-Jährige Teil eines großen Teams, das von der EM berichtet. Neben dem Ersten sind auch das ZDF und das Streamingportal Magenta TV mit mehreren Kommentatoren und Moderatoren live dabei.

Die EM in der ARD Im Kölner Studio wird Alexander Bommes durch die Sendungen führen. Jessy Wellmer soll – sofern es die Coronalage zulässt – gemeinsam mit dem Experten Bastian Schweinsteiger bei ausgewählten Spielen im Stadion vor Ort sein. Am Mikrofon setzt das Erste auf bekannte Stimmen: Als Kommentatoren sind Tom Bartels, Gerd Gottlob und Florian Naß im Einsatz. Bartels kommentierte bereits Mario Götzes Siegtor im WM-Finale 2014 („Mach ihn! Er macht ihn!“) und moderiert wie Brinkhoff auch die Sendung „SWR Sport“. Co-Kommentator im Ersten ist bei der Europameisterschaft der ehemalige Bundesliga-Profi Thomas Broich.

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Als Experten setzt der Sender neben Weltmeister Schweinsteiger auf die Nationaltorhüterin Almuth Schult, den U-21-Trainer Stefan Kuntz und Kevin-Prince Boateng – der 34-Jährige spielt derzeit für den AC Monza. Strittige Regelfragen soll der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner einordnen. Esther Sedlaczek und ihr Co-Moderator Micky Beisenherz beschließen den EM-Tag im Sportschau-Club. Es ist der erste größere ARD-Einsatz für Sedlaczek, die vom Pay-TV-Sender Sky kam und ab August die Sportschau moderieren soll.

Die EM im ZDF Katrin Müller-Hohenstein und Jochen Breyer melden sich abwechselnd aus dem Studio in Mainz. Kommentiert werden die Spiele von Claudia Neumann, Béla Réthy, Oliver Schmidt und Martin Schneider. Beim deutschen Auftaktspiel gegen Frankreich wird Réthy am Mikrofon sitzen, der bereits den Sieg der DFB-Elf im EM-Finale 1996 kommentierte.

Unterstützung erhält er dabei von Ex-Profifußballer Sandro Wagner, den das ZDF auf den letzten Drücker als Co-Kommentator verpflichtete – sehr zur Freude von ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann: „Sandro Wagner besticht mit seiner brillanten Analyse des Spielgeschehens.“ Weitere Co-Kommentatoren sind der Ex-Profi Hanno Balitsch und Ariane Hingst, die Assistenztrainerin im Frauenteam des VfL Wolfsburg.

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Als Experten sind die früheren Nationalspieler Per Mertesacker und Christoph Kramer dabei. Für die Taktikanalysen ist Fußballtrainer Peter Hyballa zuständig, der kürzlich einen Vertrag beim dänischen Club Esbjerg FC unterschrieb – es ist schon das siebte Land, in dem er als Coach arbeitet. Schiedsrichter-Experte ist Manuel Gräfe, der zum Ende der abgelaufenen Bundesliga-Saison seine Karriere altersbedingt beenden musste. Aus dem DFB-Quartier meldet sich Sven Voss.

Die EM auf Magenta TV Der Streamingdienst der Deutschen Telekom hat sich die Übertragungsrechte für alle EM-Spiele gesichert – und dafür ein prominentes Team zusammengestellt. Aus dem Studio in München meldet sich der turniererfahrene Moderator Johannes B. Kerner, der schon 2006 gemeinsam mit Jürgen Klopp von der WM im eigenen Land berichtet hat.

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Die Spiele kommentieren werden Wolff-Christoph Fuss und Marco Hagemann, die ansonsten für Sky und DAZN aktiv sind. Am Spielfeldrand führt Thomas Wagner die Interviews, im DFB-Quartier Anett Sattler. Für die Taktikanalyse sind Jan Henkel und der Ex-Bundesligacoach Manuel Baum zuständig, als Experten fungieren der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack und der künftige Hertha-Sportvorstand Fredi Bobic.

Wer zeigt welche Spiele?

Das Erste und das ZDF übertragen 41 der insgesamt 51 EM-Spiele live im frei empfangbaren Fernsehen – darunter alle Partien der deutschen Mannschaft und alle Spiele ab dem Achtelfinale. Einige Begegnungen haben die beiden Sender schon aufgeteilt: Das Erste zeigt das Eröffnungsspiel am Freitag zwischen Italien und der Türkei sowie das Duell der DFB-Elf mit Titelverteidiger Portugal am zweiten Spieltag der Vorrunde. Im ZDF laufen die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft gegen Frankreich und Ungarn sowie das Endspiel.

Als einziger Anbieter zeigt Magenta TV alle EM-Spiele live. Zehn Vorrundenspiele laufen exklusiv beim Online-Streamingportal der Telekom – unter anderem das Topspiel der deutschen Gruppe zwischen Frankreich und Portugal am letzten Vorrundenspieltag. Neukunden können das Angebot drei Monate kostenlos nutzen, danach werden zehn Euro pro Monat fällig bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.