Der digitale Fortschritt an den Schulen stockt. Auch weil sich die Bildungsplattform sehr verzögert. Foto: dpa

Die Grünen drängen auf zügige Zwischenschritte. Die SPD erwartet einen konkreten Zeitplan im April.

Stuttgart - Inzwischen wird sogar der Koalitionspartner ungeduldig. Bei „Ella“, der digitalen Bildungsplattform für Schulen, geht nichts voran, seit Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) im Februar 2018 das Projekt wegen erheblicher technischer Mängel gestoppt hat. Vor einem halben Jahr wurde die Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Iteos gekündigt. Die Auffassungen in der Koalition scheinen inzwischen auseinander zu gehen. Eine Sprecherin des Kultusministeriums betont, jetzt gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Die handwerklichen Fehler der Vergangenheit sollten sich nicht wiederholen.

Grüne wollen schnellere modulare Lösungen

Die Grünen dagegen wollen nicht auf den großen Wurf warten, der Jahre dauern kann. Sie plädieren für modulare Lösungen, die schneller realisierbar sind. Ihre bildungspolitische Sprecherin Sandra Boser erwartet, dass die Expertise der Schulen genutzt wird, dass modulare Cloudlösungen entwickelt und gezielt Open-Source-Anbieter einbezogen werden. Außerdem fordert sie ein Beteiligungsverfahren mit Schulen, Schulträgern und Verwaltung, um festzustellen, was die Schulen akut brauchen. „Eine Bildungsplattform, die den aktuellen Bedarfen nicht genügt, hilft niemandem weiter“, sagte Boser auf Anfrage.

Hier scheint Annäherung in Sicht. Die Sprecherin des Ministeriums erklärt: „Wir prüfen aktuell, was die konkreten Bedürfnisse der Schulen sind, und welche Anforderungen möglicherweise auch früher umgesetzt werden können.“ Eine Stabsstelle sei bereits eingerichtet. Für April hat Kultusstaatssekretär Volker Schebesta (CDU) am Donnerstag im Bildungsausschuss Informationen zum weiteren Verfahren angekündigt. Stefan Fulst-Blei (SPD) erwartet, dass dann ein verbindlicher Zeitplan und „klare Meilensteine“ präsentiert werden. „Sonst droht auch Ella 2.0 zu scheitern.“ Noch stehen Schadenersatzansprüche von 20 Millionen Euro im Raum. Das Land wartet die Prüfung des Rechnungshofs ab.

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