In Böblingen sollen 68 neue E-Ladesäulen entstehen, dabei wird eine vor Kurzem abgebaute Zapfstelle wieder errichtet und sogar erweitert.
Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Auch in Böblingen sind immer mehr Autos unterwegs, die sich aus der Steckdose nähren. Anlass für die Stadt, mehr Stromzapfsäulen bereit zu stellen. Im Technikausschuss hat die Verwaltung nun vorgestellt, wo Ladesäulen mit höchster Priorität errichtet werden sollen.
Dass dringender Handlungsbedarf besteht, hat Klimaschutzmanager Oliver Tuschinski den Stadträten anhand von Zahlen plastisch vor Augen geführt. Wenn den Stromautos in Böblingen nicht die Puste ausgehen soll, dann sind bis 2025 mindestens 125 öffentliche Ladepunkte in der Stadt notwendig. Fünf Jahre später sollten es dann laut Tuschinskis Berechnungen bereits 200 Stromtanken sein.
Schon 2025 werden mehr E-Autos als Verbrenner angemeldet
Zahlen, die sich von der dynamischen Entwicklung am Automarkt hin zum Elektroantrieb ableiten lassen. In diesem Jahr sind in Böblingen laut Berechnungen der Stadtwerke rund zehn Prozent der Autos Elektrofahrzeuge. Eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren verstärken wird. Bereits 2031 werden über die Hälfte der Böblinger Autos Stromer sein. Tendenz steigend. Bei den Neuzulassungen wird sich die Kurve noch viel steiler entwickeln. Da werden die E-Fahrzeuge bereits im Jahr 2025 in der Mehrheit sein.
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Daraus lässt sich ablesen, dass Eile geboten ist. Denn momentan gibt es in Böblingen gerade einmal 25 öffentliche Ladesäulen. Im Rathaus geht man jedoch davon aus, dass rund 70 Prozent der Ladungen an den heimischen Zapfsäulen oder an der Arbeitsstätte stattfinden. Für den Restbedarf muss die Stadt sorgen. Daher möchte die Verwaltung nun eine Planung erarbeiten, wie und wo der Strom möglichst rasch auf die Straße kommt.
Im Fokus stehen Quartiere mit Mehrfamilienhäusern
Hierfür haben sich die Stadtwerke auf die Suche begeben. Der städtische Energieversorger hat die Stadtteile durchstreift, um strategisch günstige und wirtschaftlich lohnende Standorte zu finden und zu untersuchen. Der Blick richtete sich dabei vor allem auf Quartiere, in denen viele Mehrfamilienhäuser stehen. In diesen Wohnanlagen ist es oftmals nicht möglich, Ladesäulen zu errichten oder nur mit erheblichem finanziellen Aufwand. Außerdem wird dort die Nachfrage hoch sein, was die Wirtschaftlichkeit der Ladesäulen erhöht.
Wichtig war bei dem Suchlauf auch, dass die Stromladestellen auf städtischen Flächen stehen. Nur so ist gewährleistet, dass diese für alle und rund um die Uhr zugänglich sind. 14 Orte und Quartiere schienen am Ende tauglich für die erste Runde der Stromtankstellen-Initiative.
Der Gemeinderat entscheidet am 22. Juni über die Ladesäulen
Dabei ist auch die Geleener Straße im Stadtteil Grund. Die dortige Ladesäule wurde erst Ende 2020 abgebaut, weil sie, so die Stadtverwaltung damals, zu wenig genutzt worden sei. Nun scheinen sich die Zeiten geändert zu haben. Aus dem 8300 Euro teuren Rückbau wird nun eine Erweiterung auf vier Ladepunkte.
Wer die E-Zapfsäulen betreibt, was deren Bau kostet und wann der erste Strom durch deren Stecker fließt, das alles ist bisher noch unklar. Antworten darauf soll die Planung liefern. Der Technikausschuss gab hierfür grünes Licht, der Dagersheimer Ortschaftsrat bat noch um Korrekturen einiger Standorte. Der Gemeinderat entscheidet am 22. Juni, ob Böblingen mehr Gas beim Stromtanken gibt.
Geplante Ladepunkte in Böblingen und Dagersheim
Standorte
Freiburger Allee Diezenhalde: 8 Ladepunkte, Hallenbad Murkenbach: 6, Taununsstraße Rauher Kapf: 6, Stadtgarten Rudolf-Diesel-Straße: 6, Breslauer Straße im Grund: 6, Geleener Straße im Grund: 4, Postplatz: 4, Liesel-Bach-Straße Flugfeld: 8, Stadion/Freibad: 6, Dagersheim: 14.