Die EnBW setzt auf Elektromobilität Foto: EnBW

Die Energie Baden-Württemberg weitet ihr Angebot im Bereich Elektromobilität aus. Erstmals können mit der Ladekarte des Konzerns auch die Ladesäulen von Partnern benutzt werden. Mehr als 8000 Ladepunkte sind mit einer Karte benutzbar.

Stuttgart - Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW erweitert sein Ladekartenangebot für Inhaber von Elektroautos und hat sich dafür mit mehren Partnern zusammengetan. Wie der Konzern mitteilt, kann man mit der Mobility-plus-Ladekarte sein E-Auto künftig an mehr als 8000 Ladepunkten verschiedener Ladesäulenbetreiber in ganz Deutschland, in Österreich und der Schweiz zu einem einheitlichen Tarif auftanken. Benutzt ein Kunde eine Nicht-EnBW-Ladesäule, kommt eine so genannte Roaming-Gebühr von einem Euro pro Ladevorgang hinzu.

Laut dem Bundesverband Elektromobilität in Berlin ist es bisher ein Problem der Elektromobilität, dass jeder Ladesäulen-Betreiber in der Regel seine eigene Karte ausgibt. „Es gibt zwar viele Ladesäulen, aber um alle nutzen zu können, müsste man etliche Karten besitzen“, sagt eine Sprecherin. Das EnBW-Angebot dürfte eines der größten Netzwerke in Deutschland darstellen, so ihre Einschätzung.

Zunächst soll das Netz in Deutschland, Österreich und der Schweiz wachsen

Mit der neuen Ladekarte kann man laut EnBW an zunächst knapp 5000 Ladepunkten in Deutschland Strom tanken. Das sei ein großer Teil der aktuell rund 10 700 öffentlich zugänglichen Ladepunkte hierzulande, bei denen auch kostenfreie Angebote zum Beispiel auf Supermarktparkplätzen mitgezählt seien. Außerdem ist auch an etwa 3400 Ladepunkten in Österreich und der Schweiz das Bezahlen mit der EnBW-Karte möglich. Man führe derzeit Gespräche mit weiteren Betreibern, um weitere Ladepunkte mit der Karte nutzbar zu machen. Ziel sei es dabei, so ein EnBW-Sprecher, zunächst das Angebot in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter auszubauen, bevor das Angebot auf weitere Länder ausgedehnt werden könnte. Wer bereits eine EnBW-Ladekarte besitzt, hat automatisch Zugriff auf das Roaming-Angebot. Lediglich Kunden, deren Karte vor Dezember 2016 erworben wurde, müssen zunächst eine neue Vereinbarung unterschreiben. Sie erhalten entsprechende Post vom Konzern.

EnBW hat Elektromobilität im Fokus

Ähnliche Angebote sind noch vergleichsweise rar. Ein Konkurrent der EnBW beim Ladesäulen-Roaming ist beispielsweise der Anbieter Newmotion, der mit dem größten Ladenetzwerk Europas wirbt, dabei allerdings die Preise des jeweiligen Ladesäulenbetreibers abrechnet und keinen Einheitstarif bietet.

Die EnBW hat ihr Engagement bei der Elektromobilität in letzter Zeit ausgebaut und will beispielsweise bis zum Jahr 2020 an 1000 Standorten Schnelllade-Möglichkeiten betreiben. Das entspräche laut einem Konzernsprecher der Hälfte des von Experten erwarteten Bedarfs an Schnelllade-Säulen zu dieser Zeit. Unter anderem baut der Karlsruher Konzern derzeit an 119 Autobahn-Rasthöfen Ladestationen. Ihre Zahl soll in den kommenden Jahren auf fast 400 wachsen. Insgesamt sind derzeit mehr als 800 EnBW-Ladepunkte in Betrieb.

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