Sophie Hunger kommt ins Wizemann. Foto: Marikel Lahana

Die Schweizerin Sophie Hunger macht mal Jazz, mal Pop. Auf ihrem jüngsten Werk „Molecules“ gibt es nun viel Elektronik. Am 14. Februar ist sie im Wizemann in Stuttgart zu Gast.

Frau Hunger, Sie wuchsen in Bern, London, Bonn und Zürich auf, als Musikerin spielen Sie verschiedene Instrumente, machen mal Jazz, mal Pop, mal Filmmusik. Vielseitigkeit scheint für Sie das A und O zu sein.

Man könnte auch sagen, ich sei zerstreut und könne mich nicht festlegen. Sicher, es ist bestimmt kein Zufall, dass das alles so gekommen ist. Mir selbst fällt es schwer, bei meinem Werdegang eine klare Kontur zu erkennen. Das bedeutet viel Freiheit, andererseits fehlt ein Fundament.

Kennen Sie so etwas wie Heimat überhaupt?

Ich habe keinen Bezug zu einem Heimatbegriff. Ich habe keine Wurzeln. Das fing in meiner Kindheit an, und so etwas kann später nicht einfach nachgeholt werden. Dass ich dann einen ebenso rastlosen Beruf gewählt habe, ist sicherlich kein Zufall. Da gibt es schon ein Muster.

Heute haben Sie Wohnsitze in Berlin und Paris. Wieso ausgerechnet diese Städte?

Diese beiden Kulturen machen mich aus. Es gibt mir Geborgenheit, wenn ich mich in diesen beiden Welten bewegen kann. Und ich brauche beides.

Ihr neues Album „Molecules“ ist überwiegend in Berlin entstanden und klingt elektronischer denn je. Hat das etwas mit Ihrer Umgebung zu tun?

Ja, die Club-Szene in Berlin ist wirklich dominierend und es ist nahezu unmöglich, davon nicht beeinflusst zu werden. Da müsste man sich schon einschließen. Natürlich mache ich keinen Techno, doch die elektronische Musik hat in letzter Zeit erkennbare Spuren bei mir hinterlassen, die ich dann auf meine Weise umsetze. Nachdem mein letztes Album in Kalifornien entstand, ist „Molecules“ die Gegenreaktion: verdichtet, minimalistisch, eine Reduktion auf das Kleinste.

Ausgerechnet in Deutschland ist Ihr erstes englisches Album entstanden.

Das stimmt. Ich wollte einfach mal nur eine Sprache auf einem Album haben. Und da ich diesmal mit dem englischen Produzenten Dan Carey arbeitete, war mir wichtig, dass er die Texte versteht und weiß, worum es geht. Und worum geht es? Um eine sehr schwierige, sehr schmerzhafte Trennung.

Sophie Hunger: 14. Februar, 20 Uhr, Im Wizemann, Tickets gibt es unter 07 11 / 550 660 77

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: