Der Eisvogel ist unverkennbar durch seine auffallend blaue Farbe. Foto: Sebastian Klein

Das mit den Vögeln ist ja so eine Sache: Meist trifft man in der Stadt auf Tauben, was selten für große Freude sorgt. Aber: Mit etwas Glück kann man den Eisvogel im Stadtgebiet beobachten.

Stuttgart - Stuttgart hat einen Star zu Besuch: den Eisvogel. Er ist das Gesicht einer Biermarke, Vogel des Jahres 1973 und 2009 und sieht mit seinem mal türkis, mal kobaltblau schimmernden Gewand einfach königlich aus. Und was passt zu einem zumindest optischen König? Genau, ein Schloss. Kaum verwunderlich also, dass sich der Eisvogel im Schlossgarten aufhalten soll. Dort hat Fotograf Sebastian Klein mehrere Eisvögel fotografiert. Die erwachsenen Vögel versteckten sich eher, erklärt Sebastian Klein. Die Jungvögel seien noch unbewusster, weniger gefahrenbewusst und zeigten sich öfter. Sebastian Klein lag für sein Eisvogel-Foto auch schon mal vier Stunden auf der Lauer – eine vorherige längere Beobachtung des Ortes vorausgesetzt. Um den Vogel gut fotografieren zu können, hat er eigens einen Stock mitgebracht, um den Vogel in die richtige Einstellung zu bekommen. Ulrich Tammler vom Naturschutzbund Stuttgart vermutet ein halbes Dutzend Eisvögel in der Stadt, vor allem in der Nähe des Neckars. 2016 empfindet er als ein gutes Jahr für Eisvögel, schon im Winter konnte er sie beobachten. Am Max-Eyth-See zwischen Mühlhausen und Hofen könne man den Vogel immer wieder sehen, sagt er.

Der Eisvogel gilt nicht als akut bedroht

In ganz Baden-Württemberg gibt es zwischen 650 bis 1100 Bruten des Eisvogels geben, schätzt Dr. Jürgen Marx von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (Lubw). Damit gilt der Eisvogel nicht als akut bedroht. Er steht aber auf der Vorwarnliste der sogenannten Roten Liste. Die Rote Liste verzeichnet gefährdete, verschollene und ausgestorbene Tierarten. Auf der Vorwarnliste taucht ein Tier dann auf, wenn es nicht akut bedroht ist, der Bestand aber zurückgeht. „Eisvögel nisten vor allem an Steilwänden an Gewässern“, erklärt Jürgen Marx von der Lubw. Diese Steilwände entstünden, wenn ein Gewässer „arbeite“ und ein Stück Ufer abbreche. „In die Steilwand gräbt der Eisvogel ein Loch und brütet in einer Erdröhre seine Eier aus“, erklärt Marx. Ein Rückgang der Bruten liege oft an den Witterungsbedingungen. Es gebe heute – im Gegensatz zu noch vor ein paar Jahren – auch noch einen anderen Grund: die Störung an den Gewässern durch Angler, Fotografen oder Bootsfahrer. Die Hobbies seien nicht per se schlecht, schüchtere die Vögel aber soweit ein, dass sie sich nicht zu ihrer Brut trauten und im schlimmsten Fall verstört würden.

Mehr Vogel-Fotos von Sebastian Klein gibt es auf seiner Homepage licht-schein.com.

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