Seit Juni 2024 betreibt Filippo Lavorato die Eisdiele nahe dem Korntaler Bahnhof. Foto: Simon Granville

Eine Kugel Eis für zwei Euro ist zur Regel geworden – auch in Leonberg und Umgebung. Ein Eisdielenbesitzer erklärt, warum dieser Schritt unausweichlich war.

Eine Kugel Eis für zwei Euro – seit dieser Saison ist das wohl die Regel, auch in Leonberg und den Eisdielen der Umgebung. Während manche Kunden angesichts dieser Eispreise schlucken müssen, ist die jährliche Erhöhung für andere zur Nebensache geworden. Aber wie blickt ein Eisdielenbesitzer auf das Thema?

 

Filippo Lavorato ist Inhaber der „Eisliebe – La piccola Gelateria“ in Korntal. Zur diesjährigen Saison hat er den Preis für eine Kugel Eis zum Mitnehmen von 1,80 Euro auf zwei Euro erhöht. „Ich habe gegrübelt, ob ich diesen Schritt wirklich gehen soll“, sagt der 35-Jährige. Seit Juni 2024 betreibt er die Eisdiele nahe dem Korntaler Bahnhof. In der Eisliebe selbst kostet der Verzehr wie im vergangenen Jahr zwei Euro. Möglich gewesen sei das durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent. „Das war ein Segen“, sagt Lavorato, der neben der Eisdiele das Clubhaus Tachenberg in Weilimdorf betreibt.

Steigende Eispreise: Filippo Lavorato erklärt Kosten

Den bisherigen Preis habe er so lange wie möglich gehalten, betont Lavorato. Doch die Erhöhung für Eis zum Mitnehmen sei unumgänglich gewesen. Viele Kunden wüssten nicht, welche Kosten hinter einer Kugel Eis steckten, sagt der Gastronom. Besonders belastend seien die „extrem hohen Energiekosten“. Hinzu kämen höhere Preise für Rohstoffe wie Milch, Zucker oder Früchte, die Bezahlung der Mitarbeiter, Miete und Investitionskosten für Maschinen. Eine Eismaschine koste schnell rund 20 000 Euro, auch die Kühltechnik schlage erheblich zu Buche.

Welche Sorte darf es sein? Foto: Simon Granville

Um Kosten zu sparen, beschäftigt Lavorato in dieser Saison einen Mitarbeiter weniger. Aktuell arbeiten die Festangestellten Matthias Hagen und Marco de Mattheis sowie eine Teilzeitkraft im Betrieb.

„Eis soll kein Luxusgut sein“

Die Preise kalkuliere er jeweils zu Jahresbeginn. Steigen im Laufe der Saison etwa die Milchpreise, müsse er diese Mehrkosten selbst tragen. Viele andere Eisdielen hätten ihre Preise bereits im vergangenen Jahr auf zwei Euro oder mehr erhöht, sagt Lavorato.

Trotz aller Gründe weiß der Betreiber, dass die Preissteigerung nicht bei allen Kunden gut ankommt. „Eis soll kein Luxusgut sein. Und zwei Euro für eine Kugel ist viel Geld, das verstehe ich“, sagt Lavorato. Gerade Familien überlegten inzwischen genauer, wie oft sie sich einen Eisbecher oder mehrere Kugeln leisten wollten. Um Stammkunden etwas zurückzugeben, setzt die Eisliebe auf eine Stempelkarte: Nach zehn gekauften Kugeln gibt es eine gratis.

Positive Bilanz für die Eisliebe Korntal

Natürlich gebe es immer Menschen, die günstigere Angebote bei anderen Eisdielen suchten. Dennoch ist Lavorato überzeugt: „Wenn die Qualität stimmt, kommen die Kunden.“Und die Qualität beizubehalten, das sei sein größtes Anliegen. In der Eisliebe wird das Eis täglich frisch hergestellt. Verantwortlich dafür ist Lavoratos Cousin Matthias Hagen. Das Sortiment wechselt regelmäßig, auch Wünsche der Kundschaft würden immer wieder umgesetzt, sagt Lavorato.

Darüber hinaus begründet er seine Preise auch mit hochwertigen Zutaten. Viele Sorten hätten einen hohen Fruchtanteil, was die Herstellung verteuere. Zu den besonderen Angeboten zählen etwa Yogurette mit Erdbeer- und Schokoladenstückchen, griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen oder ein Avocado-Sorbet auf Kokosmilchbasis.

Bisher noch keine Beschwerden

Beschwerden über die neuen Preise habe es bislang nicht gegeben, sagt der Inhaber. Nach der Winterpause öffnete die Eisdiele bereits am 1. März. Nach den ersten beiden Monaten der Saison fällt sein Fazit positiv aus. „Wir sind sehr dankbar für unsere Gäste, dass sie uns wertschätzen.“