Vor der Tiefgarageneinfahrt (rechts) in Eislingen erinnern wenige Kerzen und ein paar Blumen an das erschütternde Ereignis. Foto: Horst Rudel

Schmauchspuren deuten darauf hin, dass sich der Ehemann mit einer Schusswaffe selbst tötete – nun müssen noch seine Ehefrau und deren neuer Partner obduziert werden.

Eislingen - Die Schmauchspuren, die die Ermittler im Fall der drei Eislinger Toten gefunden haben, bestätigen den vermuteten Tathergang. Die Spuren deuten demnach darauf hin, dass der 56-jährige Tatverdächtige seiner gleichaltrigen Ehefrau und deren 26-jährigen Geliebten die Kehle durchgeschnitten und sich dann mit einem Kopfschuss selbst getötet hat. Das Pärchen wie der Ehemann waren bei der Eislinger Stadtverwaltung beschäftigt. Das Blutbad hatte sich am Donnerstag vergangener Woche bereits am frühen Morgen gegen 6.45 Uhr in der Tiefgarage neben dem Eislinger Bahnhof ereignet.

Am Körper des Ehemannes fanden sich Schmauchspuren

Der genaue Tathergang war zunächst unklar, da es keine Zeugen gegeben hatte. Erst gegen Mittag hatte eine Passantin die drei Leichen in dem Wagen des 26-Jährigen entdeckt, der in der Tiefgarage abgestellt war. Der 26-jährige Mann saß auf dem Fahrersitz und die Frau saß neben ihm. Beide wiesen Schnittverletzungen an der Kehle auf. Der Ehemann der Frau saß auf dem Rücksitz.

Die mutmaßlichen Tatwaffen, zwei Küchenmesser und zwei Schusswaffen, fanden die Ermittler genauso in dem Auto wie einen Abschiedsbrief des 56-Jährigen. Bei der Obduktion waren Schmauchspuren an Kleidung und Händen des 56-jährigen Ehemannes entdeckt worden. Diese Spuren zeigten, dass eine Waffe abgefeuert wurde, bestätigte eine Polizeisprecherin. Damit seien letzte Zweifel am Selbstmord des Ehemannes auszuschließen. Außerdem sei eine Obduktion der Ehefrau und ihres Geliebten angeordnet worden. Der Termin dafür stehe noch nicht fest, da es sich angesichts von drei Toten um ein umfangreiches Ermittlungsverfahren handle.

Das Ehedrama hatte vor Monaten begonnen

Das Beziehungsdrama hatte sich wohl bereits im Sommer nach einem Streit zwischen den 56-jährigen Eheleuten zugespitzt. Die Ehefrau zog eine Anzeige gegen ihren Mann allerdings wieder zurück.

Vermutlich hatte der Ehemann, der als Hausmeister für mehrere Sporthallen in der Stadt zuständig war, seiner Frau und ihrem neuen Partner, die beide im Kultur- und Sportamt der Stadt Eislingen gearbeitet und sich dort kennengelernt hatten, an dem Tattag aufgelauert. Unklar ist, ob sich der Täter bereits in der Tiefgarage befand oder ob er seinen Opfern an dem Morgen folgte. Immerhin ist die Tiefgarage mit einem Stahltor gesichert und kann offenbar nur von Berechtigten geöffnet werden. Deshalb sind die wenigen Blumen und Kerzen, die in diesen Tagen in der Nähe des Tatorts an die Opfer des schreckliche Verbrechens erinnern, lediglich in der Tiefgarageneinfahrt vor dem Tor zu finden.

Derzeit werde nur rund ein Drittel der 31 Stellplätze benutzt, erklärte ein Tiefgaragenmieter. Viele Plätze, auf denen bisher städtische Mitarbeiter parkten, seien frei geworden, seit die Kommune eine eigene Tiefgarage im benachbarten neuen Rathaus auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnlinie unterhält.

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