Mit dem Rollstuhl fahren ist für Ungeübte nicht so einfach. Umso begeisterter ist, wer durchgehalten hat. Foto: Rudel/Hass

Musik, Maultaschen und viel Schweiß – am zweiten Juni-Wochenende geht es im Eichenbach-Stadion in Eislingen rund.

Eislingen - Nach acht Jahren Pause legen die Pfadfinder Sankt Georg und der Kreisverein Leben mit Behinderung eine Veranstaltung wieder auf, mit der sie in den Jahren 2008 und 2009 schon einmal viele Bürger begeistert haben: das 24-Stunden-Benefiz-Rollstuhlrennen. Die Teilnehmer – ob mit oder ohne Handicap spielt keine Rolle – gründen Teams und treten im Stadion in Eislingen gegeneinander an. Verlierer gibt es bei dem Wettstreit keine. Denn jede Runde, die ein Teammitglied dreht, spült Sponsorengeld in die Kasse des Vereins Leben mit Behinderung. Und im Stadion ist neben dem ungewöhnlichen Rollirennen mit Auftritten zahlreicher Bands, Maultaschenfrühstück und Spielmobil eine Menge geboten.

Ehemalige Teilnehmer drängten auf Wiederauflage

„Wir hatten bei den ersten beiden Auflagen des Rollstuhl-Laufs zwar viel Erfolg, aber zu wenig Manpower, um weiter zu machen“, erzählt Benjamin Gorr. Schließlich engagierten sich die Pfandfinder auch noch bei zahlreichen anderen Veranstaltungen und organisierten beispielsweise mehrere große Zeltlager. Doch in diesem Jahr seien drei ehemalige Teilnehmer des Rennens aus den Reihen der Pfadfinder auf ihn zugekommen. „Die wollten das unbedingt wieder aufleben lassen“, berichtet der 30-Jährige. Also habe man weitere Mitstreiter gesucht und auch gefunden. Am Samstag, 11. Juni, um 12 Uhr ertönt zum dritten Mal der Startschuss für das Rennen im Eichenbach-Stadion in Eislingen.

Bisher haben sich sechs Teams angemeldet. Gorr rechnet aber damit, dass es bis zum Start noch einige mehr werden. „Nach so einer langen Pause dauert es natürlich eine Weile, bis sich das herumgesprochen hat“, sagt er. Er hofft, dass sich auch noch einige Teams aus Behindertensportlern melden. Bei der Premiere fuhr beispielsweise das damalige Rolli-Basketball-Team von Frisch Auf einen haushohen Sieg ein. Die Sportler drehten damals unbeirrt ihre Runden, während viele Teilnehmer, die zuvor noch nie im Rollstuhl gesessen hatten, zunächst einmal dahinter kommen mussten, wie man damit überhaupt vom Fleck kommt. Die Zuschauer auf den Tribünen hatten ihren Spaß beim Anblick der in unkontrollierten Schlangenlinien über die Laufbahn rollenden Hobbysportler. Weil ein Rollstuhl keine Achse hat und sich die Räder daher unabhängig voneinander drehen, braucht man Fingerspitzengefühl.

Konzert mit mehreren Bands am Samstagabend

Vor allem für die jüngeren Besucher wird der Samstagabend eine Gelegenheit Sport und Spaß zu verbinden. Gegen Abend spielen die Bands Ratatouille (Coverrock), Lilly Nash (Rock, Swing, Metal), El Club Silencio (Funkrock) und Honeymoon Lector (Funkrock). Der Sonntagmorgen beginnt im Stadion mit einem Maultaschen-Frühstück. Auf der Bühne steht dann die Mundartband Suuzgeil. Der Eintritt ins Stadion und zu den Konzerten ist frei.

Am Sonntag um 12 Uhr wird bekannt gegeben, wie viele Runden die Teilnehmer gedreht haben und wie viel Geld der Verein Leben mit Behinderung in seine Kerzenwerkstatt in Süßen investieren kann. Wer danach noch nicht genug Programm hatte, kann gleich weiter ziehen ins Stadtzentrum. Dort weiht die Kommune ihr neues Rathaus mit einem Tag der offenen Tür ein.

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