Thomas Greiss erneut im Tor Foto: dpa

24 Stunden nach dem Traumstart in die Heim-WM hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft eine weitere Überraschung deutlich verpasst.

Köln - Das Team von Bundestrainer Marco Sturm unterlag einen Tag nach dem 2:1 gegen die USA in Köln dem neunmaligen Weltmeister Schweden mit 2:7 (1:1, 1:3, 0:3).

Felix Schütz zeigte sich anschließend enttäuscht, wollte das Ergebnis aber nicht überbewerten. „Wir hatten uns mehr vorgenommen. Wir haben im falschen Moment die Fehler gemacht, dann wird es schwer“, sagte der Center bei Sport1: „Wir werden das morgen analysieren. Wir haben noch ein langes Turnier vor uns und sind immer noch positiv.“

Die Kölner Patrick Hager (17.), der bereits sein zweites WM-Tor erzielte, und Philip Gogulla (26.) trafen vor 18.673 Zuschauern für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zweimal einen Rückstand aufholte. Den 33. Sieg der Schweden im 36. WM-Duell sicherten Oliver Ekman-Larsson (7.), Victor Rask (21.), Linus Omark (36.), Jonas Brodin (40.), Gabriel Landeskog (50.) und William Nylander (51. und 52.). Der Olympiasieger von 1994 und 2006, der zum Auftakt 1:2 nach Penaltyschießen gegen Russland verloren hatte, übernahm mit vier Punkten die Tabellenführung in der Gruppe A.

Überraschend erneut Thomas Greiss im Tor

Die deutsche Mannschaft folgt mit einem Zähler weniger auf dem dritten Rang. Dritter Vorrundengegner ist am Montag (16.15 Uhr/Sport1) Rekordweltmeister Russland. Sturm hatte etwas überraschend erneut NHL-Star Thomas Greiss ins Tor geschickt. „Er ist momentan in einem Rhythmus, in dem er das zweite Spiel noch mal braucht“, sagte der Bundestrainer. Und der Goalie der New York Islanders hatte gleich wieder Schwerstarbeit zu verrichten.

Die Schweden mit 16 NHL-Profis spielten noch dominanter als die Amerikaner tags zuvor, Greiss lieferte Paraden im Minutentakt. Ekman-Larssons abgefälschter Schuss, der im Netz landete, war bereits der neunte der Tre Kronor. Die Deutschen hatten bis dahin noch nicht einmal den Puck auf das schwedische Tor gebracht. Der Ausgleich fiel überraschend, als Torhüter Viktor Fasth Hagers verdeckten Schuss zu spät sah. Dass es am Ende des ersten Drittels 1:1 stand, war allein Greiss zu verdanken, der nach 20 Minuten bereits 21 Schüsse abgewehrt hatte.

Zweite Drittel endet bitter

Nur 23 Sekunden nach Wiederbeginn geriet die DEB-Auswahl erneut in Rückstand, doch Gogulla glich in Überzahl aus. Nach Omarks 2:3 endete das zweite Drittel besonders bitter: Drei Sekunden vor der Sirene traf Brodin. Damit war die Partie entschieden. Nach dem siebten Gegentor nahm Sturm Greiss vom Eis. In der Verteidigung fehlte erneut Kapitän Christian Ehrhoff.

„Wir müssen von Tag zu Tag schauen und hoffen, dass es besser wird“, sagte Sturm über die nicht näher spezifizierte Oberkörperverletzung des Kölners. Nach seiner Weltklasseleistung gegen die USA hatte Greiss den Rummel um seine Person nicht verstanden. „Man konzentriert sich halt und gibt sein Bestes“, sagte er: „Alleine mache ich da gar nichts, jeder hat geackert.“

Mit derselben stoischen Ruhe hatte der 31-Jährie zuvor die US-Stars zur Verzweiflung gebracht. „Er hat uns ein paarmal das Leben gerettet“, gab Kapitän Dennis Seidenberg zu. Der Verteidiger kennt Greiss als Klubkollege im „Big Apple“ besonders gut: „Das ist nichts Besonderes für ihn, er ist es gewohnt, so zu spielen.“ Die anderen Nationalspieler überboten sich dagegen mit Superlativen. „Unglaublich, man kann es gar nicht beschreiben, er war einfach immer da“, meinte NHL-Stürmer Tobias Rieder. „Weltklasse, was er rausfängt“, urteilte Hager, „er ist da, wenn wir mal ein bisschen schlafen.“

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