Markus Eisenschmied und Leon Draisaitl gehen in der Slowakei auf Torejagd. Foto: dpa

Es gibt einige gute Gründe, die diesjährige Eishockey-Weltmeisterschaft zu verfolgen. Auch die deutsche Nationalmannschaft gehört dazu.

Bratislava/Kosice - Beim sensationellen Gewinn der Olympia-Silbermedaille der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in Pyeongchang schauten Millionen Deutsche zu. Ansonsten fristet der Sport meist aber nur ein Schattendasein im Fernsehen, da die Spiele der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nur bei Magenta Sport im Pay-TV zu sehen sind. Doch die jährlich stattfindende Eishockey-Weltmeisterschaft gibt es teilweise im frei empfangbaren Fernsehen. Sport1 überträgt die Spiele der deutschen Mannschaft und insgesamt 35 Spiele. Der Sport-Streamingdienst Dazn überträgt alle Spiele – ist allerdings nicht kostenlos.

Ab dem 10. Mai findet die diesjährige WM in Bratislava und Kosice in der Slowakei statt, das Finale ist am 26. Mai. Wir erklären, warum es sich dieses Mal besonders lohnt, einzuschalten.

So viele NHL-Topstars wie lange nicht

Beim Blick auf die Kader der Top-Nationen dürften Eishockey-Fans mit der Zunge schnalzen. Denn durch das frühe Aus einiger Favoriten auf die Meisterschaft in der NHL, den Stanley Cup, sind unverhoffterweise viele Topstars der Liga beim WM-Turnier dabei. Das Niveau dieser Weltmeisterschaft ist dadurch so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. So können nicht nur die Kanadier, die ausschließlich auf NHL-Profis setzen, einen starken Kader vorweisen. Auch die USA, Schweden, Russland und Tschechien haben mehrheitlich oder fast ausschließlich Spieler aus der nordamerikanischen Topliga dabei.

Offensivmacht Russland

Die russische Auswahl, die „Sbornaja“, geht als WM-Favorit in das Turnier. Das liegt vor allem an der mit vielen Weltklassespielern besetzten Offensive: NHL-Topscorer Nikita Kucherov (Tampa Bay Lightning), NHL-Toptorschütze Alexander Ovechkin (Washington Capitals), Evgeny Kutsnetsov (ebenfalls Capitals), Evgeni Malkin (Pittsburgh Penguins), Evgeni Dadonov (Florida Panthers), Artem Anisimov (Chicago Blackhawks) und Ilya Kovalchuk (Los Angeles Kings) werden wohl für schöne Kombinationen und viele Tore sorgen. Mit einer soliden Verteidigung und dem starken Torhüter Andrei Vasilevski (Tampa Bay Lightning) führt der Weg zum Titel eigentlich nur über die Sbornaja.

Das deutsche Team

Ja, das deutsche Eishockey war über viele Jahre nicht besonders attraktiv. Bundestrainer wie Hans Zach setzten vor allem auf eine kompakte Defensive. Auch, weil es an torgefährlichen Stürmern oft fehlte. Das ist seit einiger Zeit anders. Der WM-Kader von Bundestrainer Toni Söderholm setzt sich vor allem aus jungen, hungrigen und technisch versierten Spielern zusammen und spielt offensiv. Allen voran ist Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) zu nennen, der in der abgelaufenen Spielzeit in der National Hockey League (NHL) als erster Deutscher überhaupt mehr als 100 Scorerpunkte erzielen konnte (in 82 Saisonspielen) – nur drei Spieler erzielten mehr Punkte als der Kölner. Hinzu kommen unter anderem Dominik Kahun (Chicago Blackhawks, NHL), Frederik Tiffels (Kölner Haie), Matthias Plachta und Markus Eisenschmid (beide Adler Mannheim), die Torgefahr versprühen.

Viertelfinale ist möglich

Mit Großbritannien (Samstag, 16.15 Uhr) und Frankreich (Dienstag, 20.15 Uhr) hat das DEB-Team in den ersten drei Spielen zwei Gegner, gegen die sie Favorit sind. Zudem sind Siege gegen Dänemark (Sonntag, 16.15 Uhr) und Gastgeber Slowakei (Mittwoch, 15. Mai, 20.15 Uhr) sehr gut möglich. Damit könnte die deutsche Auswahl bereits das Viertelfinale perfekt machen. Denn in den Spielen gegen Kanada (Samstag, 18. Mai, 16.15 Uhr), die USA (Sonntag, 19. Mai, 16.15 Uhr) und Finnland (Dienstag, 21. Mai, 12.15 Uhr) ist man dagegen klarer Außenseiter. Nur die ersten vier Teams jeder Achter-Gruppe schaffen den Sprung ins Viertelfinale.

Top-Talente und Stars von morgen

Zu den NHL-Topstars gesellen sich einige aufstrebende Spieler, die sich dort in naher Zukunft durchsetzen könnten. Auch das deutsche Team hat mit Moritz Seider (Adler Mannheim) einen der besten Nachwuchsspieler seines Jahrgangs mit dabei. Seider ist gerade 18 Jahre alt geworden und hat in seiner ersten Profisaison den Meistertitel mit Mannheim geholt und wurde zudem als bester Nachwuchsspieler der Liga ausgezeichnet. Er dürfte im NHL-Talentdraft dieses Jahr bereits in der ersten Runde gezogen werden.

Dort werden sich auch Jack Hughes (USA) und Kaapo Kakko (Finnland) wiederfinden, die als Nummer eins und zwei des Drafts gehandelt werden. Beide spielen ebenfalls bei dieser WM und gelten als die Stars von morgen.

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