Jayden Lammel (links) und die Rebels enttäuschten gegen Peiting. Foto: Günter Bergmann

In der entscheidenden Phase um den Einzug in die Pre-Playoffs liefert der Stuttgarter Eishockey-Oberligist einen nicht erklärbaren Auftritt ab und verliert mit 3:8 gegen Peiting.

Die Hauptrunde der Eishockey-Oberliga befindet sich auf der Zielgeraden, einige Entscheidungen stehen noch aus. Unter anderem auch, ob die Stuttgart Rebels den Einzug in die Pre-Playoffs schaffen oder nicht? Beim Blick auf die Freitagabend-Partie zu Hause gegen den EC Peiting ist die Frage schnell beantwortet: Nein. Zumindest wenn sie sich in den noch zwei ausstehenden Begegnungen am Sonntag bei den Lindau Islanders und final am Freitag gegen die Tölzer Löwen so präsentieren wie gegen den aktuellen Gegner. Nach einer völlig indiskutablen Leistung verloren die Degerlocher mit 3:8. Trotz des totalen Leistungs-Leerlaufs sind die Rebels immer noch im Pre-Playoff-Bereich: Elfter, dem letzt möglichen Rang. Doch Vorsicht: Mit nur einem Zähler Rückstand drücken sowohl der SC Riessersee als auch der EV Füssen.

 

Vier Siege zum Einstand, nun vier Niederlagen in Folge – der Effekt des Trainerwechsels von Jan Melichar auf Eu Jin Yap scheint bereits verpufft. Dem Team von der Waldau war nämlich nur im ersten Drittel phasenweise die Bedeutung der Partie anzumerken. Nach einem frühen Rückstand glich Jannik Herm in der elften Minute für die Hausherren aus. Ein Wirkungstreffer für die Gäste, die etwas die Ordnung verloren und die Rebels-Truppe mehrmals die Chance zur eigenen Führung hatte. „Einige Minuten nach dem Gegentreffer hatten wir Probleme, uns dann aber wieder gefangen“, hat denn auch der Peitinger Landon Gare erkannt. Die Probleme der Peitinger verschwanden aber unter großer Mithilfe der Gastgeber. Diese agierten nahezu während der gesamten Begegnung in der Defensive fahrig und unkonzentriert und luden die Peitinger durch haarsträubende Abspiele und Leichtsinnsfehler zum Toreschießen ein. Erstmals nutzten die Bayern diese Aussetzer zwei Minuten vor der Drittelsirene zum 2:1 durch Carson Briere.

Tiefpunkt am Freitagabend war jedoch das zweite Drittel. Zwischen der 28. und 32. Minute wurde die Körpersprache der Stuttgarter noch schlechter als sie eh schon war. Die Gäste stellten in dieser Zeit durch die Treffer von Thomas Heger, ihren Topscorer John Mackinnon sowie erneut Briere die Weichen nicht nur auf Sieg, sondern auch auf direkten Einzug in die Playoffs. Ein Tor fiel in eigener Überzahl, eins gar in Unterzahl. Wenig später traf Heger gar zum 1:6 und besiegelte damit den Feierabend von Rebels-Schlussmann Nick Vieregge. Dieser verließ entnervt seinen Kasten. Raphael Rödel übernahm den an diesem Abend bedauernswertesten Posten auf Rebels-Seite „Nick wurde vor allem im zweiten Drittel völlig allein gelassen“, konstatierte der Sportliche Leiter der Rebels, Matt Pistilli, der erneut Trainer Yap an der Bande assistierte. Insgesamt seien viele Spieler nicht bereit gewesen für die wichtige Partie. „Ein Großteil hat geschlafen, nur ein geringer Teil hart gekämpft“, so Pistillis nüchterne Analyse.

Peiting ließ es im Schlussabschnitt gechillter angehen und erzielte „nur“ noch zwei Treffer. Ebenso wie die Gastgeber, für die Fabian Renner und Elvis Gorontzky-Slack zum 3:8-Endstand trafen.

Für die Partie an diesem Sonntag bei den Lindau Islanders, die bereits für die Playoffs qualifiziert sind (endgültige Platzierung steht aber noch nicht feststeht), „müssen wir irgendwie den Kopf wieder frei bekommen und uns ganz anders präsentieren“, weiß Pistilli.

Statistik zum Spiel

Tore: 0:1 Maylan (6:06), 1:1 Herm (10:43), 1:2 Briere, 1:3 Heger (27:03/Überzahl), 1:4 Mackinnon (28:57/Unterzahl), 1:5 Briere (31:54), 1:6 Heger (38:54), 2:6 Gorontzy-Slack (54:27), 2:7 Holzmann (55:34), 3:7 Fabian Renner (56:49), 3:8 Briere (59:06/ dopplete Überzahl).

Strafzeiten: Stuttgart 11 Minuten/Peiting 6 Minuten.

Zuschauer: 776.