Eishockey Selbst Schmerzen können Panther nicht stoppen

Von Jürgen Kemmner 

Panther im Jubel: Tim Conboy, Travis Turnbull, Alexander Oblinger, Tyler Bouck und John Laliberte (v. l.) Foto: dpa
Panther im Jubel: Tim Conboy, Travis Turnbull, Alexander Oblinger, Tyler Bouck und John Laliberte (v. l.) Foto: dpa

Vor drei Monaten wurden sie noch von den eigenen Fans beschimpft, jetzt stehen die Eishockey-Profis des ERC Ingolstadt im Play-off-Finale um die Meisterschaft. Weil sie dahin gehen, wo es wehtut.

Stuttgart - Vor drei Monaten wurden sie noch von den eigenen Fans beschimpft, danach legte ein Magen-Darm-Virus fast die halbe Mannschaft flach , zudem wurde Sportdirektor Jim Boni geschasst – allen Widrigkeiten zum Trotz stehen die Eishockey-Profis des ERC Ingolstadt von diesem Donnerstag an (19.30 Uhr/Servus TV) im Play-off-Finale um die Meisterschaft. „Viele haben an uns gezweifelt – was wir erreicht haben, ist eigentlich unglaublich“, sagt Torhüter Timo Pielmeier.

Natürlich sind die Panther gegen die Haie Außenseiter; die Kölner stellen das renommierte und erfahrenere Team, sie haben in Uwe Krupp einen ganz Großen als Trainer. Aber die Ingolstädter sind es gewohnt, nicht als Favorit in die Serie zu gehen. Neunter waren sie nach der Hauptrunde. In den Pre-Play-offs verjagten die Panther erst die Eisbären aus Berlin, die immerhin Titelverteidiger waren. Im Viertelfinale stand der Hauptrunden-Zweite Krefeld Pinguine auf der Speisenkarte, auch da hatten nicht viele auf den ERC gesetzt. Im Halbfinale wurde der Hauptrunden-Primus Freezers Hamburg schließlich eiskalt abserviert.

„Wir treten mit breiter Brust in Köln an und verstecken uns bestimmt nicht“, kündigte Patrick Köppchen an. Der ERC-Verteidiger verkörpert die Ingolstädter Stärken – alles geben und durchhalten, auch wenn’s weh tut. Gegen Krefeld prallte ein Puck an sein Visier, das Plexiglas durchtrennte die Lippe. Mit 25 Stichen wurde Köppchen genäht, doch er versäumte kein Spiel. „Ich habe mich von Kartoffelbrei, Spinat und Suppen ernährt – kauen konnte ich nicht“, sagt der 33-Jährige. Auch Benedikt Schopper steht in Köln auf dem Eis, obwohl ihm der Hamburger David Wolf vor ein paar Tagen sechs Zähne ausgeschlagen hat. „Wenn das der Preis ist, dann zahle ich ihn eben“, sagte Schopper. Wenn der ERC Ingolstadt Meister werden sollte, dann sind alle Schmerzen, Pfiffe und Turbulenzen sofort vergessen.

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