Der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels arbeitet weiter am Kader und hat unter anderem noch einen Stürmer und Verteidiger aus Kanada verpflichtet. Folgt noch ein weiterer?
Anfang September rutscht in der Eishockey-Oberliga der Puck wieder über die Spielfläche. Die Planungen dafür laufen bei den Stuttgart Rebels auf Hochtouren – sowohl was die Zusammenstellung des Kaders, als auch die organisatorischen Dinge rund um die Mannschaft anbelangt.
Und besagter Kader wächst weiter und bekommt noch mehr Unterstützung – auch aus Übersee. Aus der Ontario Senior Hockey League (OSHL) wechselt der 22-jährige Deutsch-Kanadier Jayden Lammel auf die Waldau. Der Stürmer – zuletzt in den Diensten der Alvinston Killer Bees – weiß, wo das Tor steht, war unter anderem in der Spielzeit 2023/24 Topscorer der Liga mit 23 Treffern und 59 Assists in 50 Spielen. Sein künftiger Mitspieler und sportlicher Leiter der Rebels, Matthew Pistilli, ist begeistert. „Er ist ein dynamischer Offensivspieler, der die Chancen sucht und findet“, sagt er. Darüber hinaus sei er stark im Abschluss und verfüge über ein gutes Passspiel.
Einen guten ersten Pass hat laut Pistilli auch Matteas Derraugh. Der 24-jährige Kanadier soll helfen, die im Vorjahr höchst anfällige Rebels-Abwehr zu stabilisieren. „Ein Defensiv-Allrounder, der auch Qualitäten im Spiel nach vorne mitbringt.“ Bislang spielte er für das Lake Forest Universitätsteam in Illinois, das in der sogenannten National Collegiate Athletic Association III (NCAA) antritt. So wie Lammel soll auch Derraugh demnächst einen deutschen Pass erhalten, zumal er in Berlin geboren ist. Grund: Sein Vater Doug spielte damals in der DEL für die Hauptstädter, ebenso war er in der höchsten deutschen Spielklasse für die Star Bulls Rosenheim am Puck.
Aktuell stehen also neben den beiden Neuen und den bereits vor Wochen verpflichteten Dane Montgomery (Verteidiger) und Reagan Poncelet (Stürmer) sowie dem sportlichen Leiter Pistilli fünf Ausländer im Team. Mit drei Kontingentstellen wollen die Rebels in der nächsten Runde aufs Eis gehen. Da Lammel, Derraugh und auch Pistilli, der hofft, bis zum Saisonstart eingebürgert zu sein, wegfallen, bleiben also noch zwei Ausländer übrig. Dementsprechend könnten die Degerlocher einen weiteren verpflichten. Pistilli: „Das haben wir noch vor.“
Neu zu besetzen war auch die Torhüterposition. In Nick Vieregge vom Nord-Oberligisten Black Dragons Erfurt wurde vor Wochen eine Nummer eins verpflichtet. Doch auch die vermeintliche Nummer zwei versteht ihr Handwerk. Gestatten, Erik Eder – seines Zeichens U-20-Nationaltorwart. Der 19-jährige Linksfänger kommt als Förderlizenzspieler von den Jungadlern Mannheim und soll Eiszeit in der Landeshauptstadt erhalten, „um sich weiter zu entwickeln“, sagt Pistilli.
Nachdem die Rebels unlängst bereits mit Fabian Renner, Calvin Fischer, Jannik Herm, Daniel Pronin, Nolan Renke und David Kirchhoff verlängert haben, bleiben auch Nico Geidl und Florian Renner auf der Waldau. Letzterer wird nun endgültig ein „Rebell“ – in der Vorsaison war er noch als Förderlizenzspieler im Team. Außerdem wurde Stürmer Massimo Engel (Eisbären Juniors Berlin) verpflichtet.
Neben den Kader-Planungen müssen die Degerlocher Verantwortlichen auch noch die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren einreichen. „Wir stellen derzeit alles wichtige zusammen und schicken es dann an den Verband“, sagt Rebels-Geschäftsführer Roland Schmid.