Zum Ausflug am Vatertag oder am kommenden Wochenende sollte man den Regenschirm und die Jacke lieber griffbereit haben. Foto: Leserfotograf burgholzkaefer

Die Eisheiligen machen sich seit einigen Jahren in Deutschland rar und auch 2015 ist kein Frost in Sicht. Trotzdem wird es auf das lange Wochenende hin deutlich kühler in Stuttgart, so ein Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes.

Stuttgart/Offenbach - Kühle Luft und Nachtfrost im Mai - das sind die Eisheiligen. In diesem Jahr fallen sie nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts in Stuttgart aber wohl eher aus. Die Fachleute sagen vielmehr zumindest bis Dienstag frühsommerliche Temperaturen vorher. Dann geht es allerdings kontinuierlich bergab. Am Wochenende sollte man also nicht ohne Jacke aus dem Haus gehen.

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"Was das Wort Eis betrifft, erwarten wir keine Probleme", so Marco Puckert, Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes in Stuttgart. In der Nacht auf Mittwoch zögen dann aber Gewitter über die Region Stuttgart, die kühlere Luftmassen mitbringen. An Himmelfahrt erwarten die Wetterfrösche dann Temperaturen unter 20 Grad. In der Nacht zum Brückentag zögen nochmals Gewitter durch, so dass es weiter bergab geht mit den Temperaturen.

Am Wochenende könne es aus jetziger Sicht in der Nacht deutlich unter 10 Grad geben. "Durch die stetige Bewölkung bleiben die Temperaturen auch während der Eisheiligen aber im positiven Bereich", so Puckert.

Was sind die Eisheiligen?

In der zweiten Maidekade macht sich in Deutschland häufig kalte Luft breit. Diese Polarluft kann vor allem nachts Frost bringen. Weil diese Wetterbeobachtung auf die Namenstage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie fällt (11. bis 15. Mai), spricht man von Eisheiligen. Vor allem Gärtner und Bauern fürchten den Frost.

Welche Auswirkungen haben die Eisheiligen?

Der Frost kann empfindlichen Pflanzen Schäden zufügen und etwa die Obsternte schädigen. Landwirte und Hobbygärtner freuen sich daher zwar, wenn der Frost ausbleibt. Ein zu warmer und trockener Mai tut den Pflanzen aber auch nicht gut. Gerade weil in diesem Frühjahr viele Böden ohnehin schon sehr trocken seien, wie Astrid Rewerts vom Bauernverband sagt.

Wie waren die Eisheiligen in den vergangenen Jahren?

Die Eisheiligen haben sich in den vergangenen Jahren schon rar gemacht. Meteorologe Andreas Friedrich stellt fest: „In den letzten Jahren zeigt sich diese Kaltlufteinbrüche im Mai weniger.“ Die Bauern haben davon im vergangenen Jahr profitiert - zumindest bei der Getreideernte.

Wie wird das Wetter an den Eisheiligen 2015?

Ein Hochdruckgebiet, das wahrscheinlich „Tina“ heißen wird, macht sich von Montag („Mamertus“) an allmählich in Deutschland breit. Am Dienstag („Pankratius“) steigen die Temperaturen im Süden verbreitet auf sommerliche 25 Grad. 30 Grad könnten auch erreicht werden. An der Küste und im Norden ist es mit etwa 20 Grad etwas kühler.

Von Mittwoch an werden die Eisheiligen voraussichtlich etwas unbeständiger, dann können von Westen auch Schauer und Gewitter aufziehen. Den gefürchteten Nachtfrost wird es nach der Prognose des Wetterdienstes wohl nicht geben. „Es werden voraussichtlich keine Eisheiligen, sondern eher „Heißheilige““, sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

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